Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) | Akupunktur | Akupressur

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Die Traditionelle Chinesische Medizin ist eine erprobte ganzheitliche Heilmethode für Ihre naturheilkundliche Praxis.

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Was versteht man unter TCM (Traditionelle chinesische Medizin)? 

Die Grundlagen der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) wurden gemäß alter Schriften in China vor 2000 Jahren gelegt. Grabfunde lassen jedoch auf "akupunkturähnliche" Anwendungen schon vor mindestens 5000 Jahren schließen!

Hier im Westen ist vor allem die Akupunktur bekannt. Doch die TCM bietet noch andere therapeutische Möglichkeiten! 

Die 5 Pfeiler der TCM

  • Akupunktur
  • Arzneimittel
  • Tuina
  • Diätetik
  • Qigong

Durch Befragung, Pulsdiagnose, Zungendiagnose, Beurteilung von Geruch und Klang und durch Beobachtung der Bewegungsmuster des Patienten kommt der TCM-Therapeut zu seiner Diagnose.

Grundlagen

Definition Akupunktur

Die Therapiemethode Akupunktur ist im Westen die bekannteste Behandlungsmethode, innerhalb der TCM aber nur ein kleiner Teil eines großen Behandlungssystems. Alle Therapiemethoden beruhen jedoch auf den gleichen theoretischen Grundzügen. 

Akupunkturpunkte (sogenannte Eintrittspforten oder Tore) können ganz unterschiedlich behandelt werden:

  • nadeln (Akupunktur)
  • akupressieren (z.B. mit den Fingern therapeutisch behandeln)
  • mit einem Laser aktivieren (Anwendung z.B. in der Kindertherapie oder bei sensiblen Patienten)
  • mit Wärme behandeln (Moxibustion - dies vor allem bei Kältesymptomen oder auch in der Schmerzbehandlung)
  • mit Magneten behandeln
  • mit elektrischem Strom (Elektroakupunktur oder auch TENS-Therapie)
  • homöopathische Mittel einspritzen (Homöosiniatrie)
  • ...

Es gibt (fast) unendliche Möglichkeiten! Aber es sollte natürlich nach den Grundzügen der Chinesischen Medizin geschehen mit dem genauen Wissen, wo sich die Akupunkturpunkte befinden! 

6000 Jahre TCM

Anhand von Ausgrabungen und Funden lassen sich die Anfänge der Akupunktur fast 6000 Jahre zurückverfolgen. Die Menschen im damaligen China stellten fest, dass manche Krankheitszustände verschwanden, wenn sie sich mit einem Steinsplitter an der schmerzhaften Stelle stachen. Diese sog. „Steinahlen" oder „Steinnadeln" der Steinzeit gelten heute als primitivste Form der Akupunktur. Später wurden die Steinnadeln durch Knochen und Bambusnadeln ersetzt.

In der darauffolgenden Bronzezeit waren es Metallnadeln, die sowohl oberflächlich (also in die Haut) als auch tiefer (unter die Haut) gestochen wurden. Zur Zeit der Tang-Dynastie (gelber Kaiser von 618-907) lehrte der Arzt Sun Szu Miao: „Steche dort, wo es empfindlich ist". Damit war er richtungweisend für die auch heute noch einfachste Möglichkeit, Akupunktur anzuwenden, nämlich der sog. Locus-dolendi-Technik, die bei uns auch manchmal scherzhaft als „Davos-Methode" (Da, wo's wehtut) bezeichnet wird. Diese Methode besagt, dass alle empfindlichen oder druckschmerzhaften Punkte behandelt werden sollen.

Später fand man heraus, dass auch über Wärmebehandlung (Moxibustion) der empfindlichen Hautpunkte in bestimmten Fällen Heilerfolge zu erzielen sind. Das noch heute wichtigste literarische Werk in der TCM ist der „Innere Klassiker des gelben Fürsten" von Huangdi Neijing. Es handelt sich um eine Schriftensammlung verschiedener Autoren, die etwa im 2. bis 3. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung entstanden sein muss.

Historisch bedeutsam wurden dann in China Handillustrationen der Akupunktur mit Körperabbildungen nach Bronzefiguren. Wang Wei-Yi (987-1067) schuf den sogenannte Kupfer-Menschen, ein kupfernes Modell des menschlichen Körpers, auf dem die klassischen Akupunktur- und Moxapunkte als Löcher ausgespart waren. Das Modell enthielt insgesamt 354 Akupunkturpunkte und wurde für die Prüfung von Medizinstudenten verwendet. Eines der beiden Originale ist noch heute im japanischen kaiserlichen Museum in Tokio unter Verschluss.

Zur klassischen chinesischen Medizin gehörten allerdings 657 Hauptpunkte auf der menschlichen Körperoberfläche. Heute kennt man insgesamt ungefähr 1270 Punkte. Auch heute noch beschäftigen sich in China Institutionen nicht nur mit der klinischen Anwendung der Akupunktur, sondern vor allem mit wissenschaftlicher Forschungsarbeit. Die bekannteste ist die „Akademie für traditionelle chinesische Medizin" in Peking. Daneben gibt es Institute, bei denen TCM und westliche Medizin gleichberechtigt zum Einsatz kommen.

Die TCM kommt nach Europa

Als erster Europäer erläuterte im 17. Jahrhundert ein holländischer Arzt den Vorgang, in einen oder mehrere bestimmte Hautpunkte zu stechen, um das energetische Gleichgewicht im Körper herzustellen. Diese Methode geriet dann aber bis um ca. 1800 wieder in Vergessenheit. Besonders großen Zuspruch erhielt die Akupunktur bei uns, als bekannt wurde, dass sich in China ein amerikanischer Journalist einer Blinddarmoperation unterzog und lediglich durch Akupunktur schmerzfrei gehalten wurde.

Yin und Yang, was ist das? 

Alle Menschen, Tiere, Pflanzen und Gegenstände, quasi das gesamte Universum, unterliegen nach der Lehre der Traditionellen Chinesischen Medizin den beiden Kräften Yin und Yang.

Yin steht für weiblich und kalt, Yang für männlich und warm.

Wie Nacht und Tag ergänzen sich die beiden einander entgegengesetzten, jedoch gleichwertigen Kräfte. Sind sie im Gleichgewicht miteinander, herrscht Harmonie im Körper, sprich der Betreffende ist gesund. 

Gesundheit ⇒ Gleichwicht von Yin und Yang 

"Wer Yin und Yang begriffen hat, der hat die ganze Medizin begriffen.", so heißt es im Klassiker der inneren Medizin. Diese pauschale Aussage mag zwar überspitzt klingen, doch ist sie im Kern richtig. Für die klinische Praxis bilden Yin und Yang ein erstes Raster, das ganz prinzipiell das Therapiekonzept festlegt (deshalb ist Block 1 unserer TCM-Ausbildung besonders wichtig!).

Was ist Qi? 

Es ist sehr schwierig, dieses Wort zu übersetzen, im Allgemeinen wird es mit "Lebensenergie" übersetzt.

Es existiert in verschiedenen Formen, unter anderem ist Qi die Energie, die den Menschen am Leben hält. Ist das körpereigene Qi vollständig aufgebraucht, trennen sich Yin und Yang, und die körperliche Existenz des Menschen endet.

Für uns TCM-Therapeuten sind zwei Qi-Formen von besonderer Bedeutung: das Jing-Qi und das Wei- oder Abwehr Qi, welches im Körper in den sogenannten Meridianen (Leitbahnen) kreist. Qi ist die treibende Kraft aller Aktivitäten und Funktionen im Organismus. Letztendlich ist Qi die Basis von Allem.

Und dieses Qi kann man wunderbar beeinflussen und regulieren mit der Akupunktur! 
 

Die Meridiane

Gemäß der Lehre der Akupunktur existieren im menschlichen Körper mehrere Meridiane, sog. Leitbahnen oder „Kanäle", in denen Qi als vitale Lebenskraft fließt, um alle Körperfunktionen aufrechtzuerhalten. Diese Meridiane verlaufen spiegelbildlich auf jeder Körperseite. Auf ihnen liegen, kettenartig aufgereiht, die Akupunkturpunkte.

Allerdings stehen nicht alle Punkte eines Meridians mit dem namensgebenden Organ in unmittelbarer Wechselbeziehung.
Am bekanntesten sind die zwölf Hauptmeridiane und die beiden Meridiane, die auf der Körpermittellinie verlaufen: auf der Körpervorderseite der Ren Mai, das sog. Konzeptionsgefäß und auf der Körperrückseite der Du Mai, das Lenkergefäß.

Der Endpunkt eines Meridians ist mit dem Anfangspunkt des ihm chronologisch nächstfolgenden Meridians verbunden. Beachten Sie auch die Maximalzeiten der Meridiane. Blau unterlegt: Yin-Meridian Grau unterlegt: Yang-Meridian

Bei den zwölf Hauptmeridianen unterscheidet man sechs Yin-Meridiane und sechs Yang-Meridiane. Die sechs Yin-Meridiane verlaufen von unten nach oben, also von der Erde zum Himmel. Sie verlaufen hauptsächlich auf der Vorderseite des Körpers und auf der Innenseite der Extremitäten und sammeln sich im Brustbereich. Sie sind benannt nach den Speicherorganen Herz, Milz/Pankreas, Lunge, Niere, Leber und dem Funktionskreis Perikard (Kreislauf/Sexualität).

Die sechs Yang-Meridiane verlaufen von oben nach unten, also vom Himmel zur Erde, über die Rückseite des Körpers und über die Außenseiten der Extremitäten. Ihre Sammelstelle sind der Kopf und das Gesicht. Sie sind benannt nach den Hohlorganen Dickdarm, Dünndarm, Gallenblase, Blase, Magen und dem Funktionskreis Dreierwärmer.

Den Energiegehalt der Meridiane und der ihnen zugeordneten Organe kann man durch verschiedene Funktionspunkte regulieren, z.B. über die Shu- (Zustimmungs-) und Mu- (Alarm-) punkte. Die Shu-Punkte liegen auf dem Rücken rechts und links der Wirbelsäule auf dem ineren Ast des Blasenmeridians. Dagegen sind die Mu-Punkte auf der Körpervorderseite verteilt. Diese Mu-Punkte können bei einer Störung des ihnen zugehörigen Meridians bzw. Organs eine Druckschmerzhaftigkeit oder sogar einen Spontanschmerz aufweisen. Daher nennt man sie auch Alarmpunkte.

Die einzelnen Meridiane sind nun aber nicht voneinander unabhängige bzw. isolierte Bahnen. Vielmehr ist der Endpunkt eines Meridians mit dem Anfangspunkt des ihm chronologisch nächstfolgenden Meridians verbunden (s. Abb. Energieumläufe).

So gibt es Verbindungsleitungen zwischen den Punkten (s.Abb. rechts)

Innerhalb von 24 Stunden durchströmt Qi alle 12 Hauptmeridiane in dieser Reihenfolge (s. Abb. links)

Entsprechend dieses Qi-Umlaufs wurde die Nummerierung der Meridiane vorgenommen. Punkt 1 eines Meridians liegt also dort, wo die Energie in den Meridian eingeht. Qi durchfließt die Meridiane in einer zeitlichen Ordnung, und zwar in einem 24-Stunden-Rhythmus. Daraus ergeben sich bei zwölf Meridianen jeweils zwei Stunden, in denen ein Meridianpaar von Qi am stärksten durchflutet wird.

Die Akupunkturpunkte

Auf bestimmten Stellen der Körperoberfläche und auf den Meridianen liegen die Akupunkturpunkte. Es handelt sich dabei um örtlich exakt festgelegte Stellen, die einen Durchmesser von 2-5 mm haben.

Für TCM-Therapeuten ist der Akupunkturpunkt eine Öffnung, ein Zugang, ein Tor in die Tiefe, über das Energie (Qi) in die Leitbahnen gegeben oder über das überschüssige Energie oder pathogene Faktoren ausgeleitet werden können.

Bei der Behandlung werden die passenden Akupunkturpunkte durch einen sanften Reiz mit Akupunkturnadeln stimuliert. Die Akupunktur ist eine Regulationstherapie, es sollen die Selbstheilungskräfte aktiviert werden. Jeder Akupunkturpunkt hat vielfältige Wirkungen. Die Kunst des TCM-Therapeuten besteht darin, das individuelle Problem des Patienten zu erkennen und dann die beste Punktkombination (bzw. Therapieform) zu finden. Es gibt beim Menschen 361 klassische Akupunkturpunkte, von denen die behandlungsrelevanten Punkte je nach Art der Erkrankung mit unterschiedlichen Nadelmustern akupunktiert werden. Bei der Vielzahl von Akupunkturpunkten keine leichte Aufgabe, aber die richtige Kombination ist die Voraussetzung für den Behandlungserfolg!

Besonders zahlreich liegen die Akupunkturpunkte an Händen, Ellenbogen, Knien und Füßen. Gehäuft befinden sie sich auch über Muskelansätzen sowie an Muskelrändern. Die einzelnen Punkte sitzen bei allen Menschen an etwa der gleichen Stelle, sind also nicht von Individuum zu Individuum verschieden.

Neuere Erkenntnisse haben gezeigt, dass die Akupunkturpunkte häufig an Gefäß-Nerven-Bündeln liegen. Außerdem kann man histologisch oft eine Häufung bestimmter Rezeptoren wie Meissner-Tastkörperchen, Merkel-Tastscheiben und Krause-Endkolben nachweisen.

Die Akupunkturpunkte sind von ihrer Umgebung durch folgende Merkmale charakterisiert:

  • vermehrte Wärmeabstrahlung
  • verminderter elektrischer Hautwiderstand, dadurch erhöhte elektrische Leitfähigkeit
  • erhöhte Druckempfindlichkeit und erhöhte Sensibilität (durch erhöhte Rezeptorendichte)
  • Veränderung des Quellungszustandes der Umgebung. Der Akupunkturpunkt kann sich gegenüber seiner Umgebung weicher oder fester anfühlen.

Wurde der Akupunkturpunkt richtig aufgefunden, so macht man beim Einführen der Nadel oft die Feststellung, dass sie wie in einen vorgeformten Kanal in das Gewebe sanft hineingleitet. Ursache ist die anatomisch-histologische Besonderheit der Akupunkturstellen, die oft an Perforationsstellen der oberflächlichen Hautfaszien liegen.

Lokalisation der Punkte nach der topografischen Beschreibung

Es existieren für jeden Akupunkturpunkt genaue topographische Beschreibungen. Beim Auffinden des Punktes kann auch eine Veränderung des Quelldruckes der Umgebung eine wichtige Hilfe sein. Um einen Punkt mit der Akupunkturnadel zu behandeln, genügt allerdings nicht die Kenntnis der genauen Lage des Punktes, sondern es müssen darüber hinaus die exakte Stichtiefe und die Stichrichtung bekannt sein!

Arten von Akupunkturpunkten

Von besonderer Wichtigkeit sind die Anfangs- und Endpunkte der Meridiane. Die Akupunkturpunkte können zur besseren Übersicht folgendermaßen eingestuft werden:

  • Lokale Akupunkturpunkte für lokal begrenzte Erkrankungen, beispielsweise am Knie oder am Fuß
  • Akupunkturpunkte zur Behandlung der Nachbarregion
  • Akupunkturpunkte zur Behandlung entfernterer Körperstellen
  • Symptombezogene Akupunkturpunkte. Ihre Nutzung stellt heute die gebräuchlichste Form der Akupunktur dar, allerdings setzt ihre Anwendung die Kenntnis sehr vieler solcher Punkte voraus.
  • Funktionsbezogene Regulationspunkte. Ihre Behandlung setzt gute Kenntnisse der traditionellen chinesischen Diagnostik voraus. Dies hat den Vorteil, dass man hier keine vorgefertigten „Punkte-Rezepte" verwendet, die den Erfordernissen des Einzelfalles nie so genau angepasst sein können wie eine individuell erstellte Diagnostik und ein daraus erschaffener Therapieplan.

Spezielle Punkte

  • Alarmpunkte (Mu-Punkte). Sie liegen oft in der Nähe des zugehörigen Organes. Sind sie druckschmerzhaft, so weist das den Behandler auf das zugehörige Organ bzw. dessen Meridian hin. Alarmpunkte haben ihre Wichtigkeit nicht nur in diagnostischer, sondern auch in therapeutischer Hinsicht, da sie bei Druckschmerzhaftigkeit bei symptomatischer Behandlung mitbehandelt werden sollen.
  • Tonisierungspunkte. Jeder Meridian hat seinen Tonisierungspunkt, durch deren Behandlung der Meridian und sein zugehörendes Organ tonisiert, d.h. angeregt werden kann.
  • Sedierungspunkte. Jeder Meridian hat auch einen Beruhigungspunkt, durch den die Energie des zugehörigen Meridians und seines Organs sediert werden kann.
  • Quellpunkte (Yuan-Quell-Punkte). Jeder Meridian verfügt auch über einen Quellpunkt. Er wird behandelt, um die Wirkung von Tonisierungs- oder Sedierungspunkten zu verstärken.
  • Neue Punkte. In der letzten Zeit ist in chinesischen Kliniken eine größere Anzahl neuerer Akupunkturpunkte gefunden worden, die fast alle außerhalb der Meridiane liegen. Diese Punkte eignen sich für eine rein symptomatische Behandlung, da sie sich bei bestimmten Indikationen bewährt haben. Sie können aber auch mit der klassischen Akupunktur oder mit anderen Akupunkturformen kombiniert werden.
  • Zustimmungspunkte (Shu-Punkte) . Jedes innere Organ hat seinen Zustimmungspunkt am Rücken. Diese Zustimmungspunkte sind bei Störungen des zugehörigen Organs druckschmerzempfindlich. Sie liegen auf dem Blasenmeridian und üben bei Behandlung einen deutlichen Einfluss auf das zugehörige Organ aus.
  • Kardinalpunkte (Meisterpunkte der 8 Gewebe, Hui-einflussreiche Punkte). Die acht Kardinalpunkte sind die Zulaufstellen der acht außergewöhnlichen Meridiane. Acht der zwölf klassischen Meridiane haben jeweils einen Punkt - nämlich den Kardinalpunkt - der sie mit einem der acht außergewöhnlichen Gefäße verbindet. Eine Reizung dieses Kardinalpunktes reguliert sowohl die Energie des zugehörigen Meridians als auch die des außergewöhnlichen Gefäßes. Die acht Kardinalpunkte liegen alle in den Extremitäten.
  • Meisterpunkte (Erfahrungsstellen). Man hat einige Akupunkturpunkte, die sich in der Praxis bei der Behandlung von bestimmten Organen als besonders wirkungsvoll herausgestellt haben, als Meisterpunkte bezeichnet.
  • Passagepunkte (Durchgangsstellen, Luo-Punkte). Qi durchfließt die Meridiane, dadurch schließen sich zwei Yang-Meridiane immer zwei Yin-Meridianen an. Dabei können nun auch Paare aus jeweils einem Yin- und einem Yang-Meridian ge-bildet werden: beispielsweise Lu (Lunge) und Di (Dickdarm). Diese Paare stehen miteinander in energetischer Verbindung, d.h. sie sind „gekoppelt". Besteht zwischen zwei gekoppelten Meridianen ein Energiegefälle - was beispielsweise durch die Pulstastung festgestellt werden kann - so kann dieser Unterschied durch den Quell-Punkt des energievollen und den Lo-Punkt des energieschwachen Meridians ausgeglichen werden. Dadurch wird die Energie vom stärkeren zum schwächeren Organ geleitet.

Therapiebeispiel Bronchitis

Bronchitis, Asthma bronchiale, Husten (trocken und rau), nervöser Kitzelhusten

Punktebezeichnung: KG 16 bis 22

Lage: Auf dem Konzeptionsgefäß (Brustbein)

Stichtechnik: 3-4 mm, 10-20 Sekunden

Beispielhafter Akupunkturpunkt Dickdarm

Dickdarm 4 (Hegu oder auch Talverbindung)
Yuan Quellpunkt der Dickdarm-Leitbahn

Lokalisation:
Lage auf dem Handrücken zwischen dem 1. und 2. Mittelhandknochen bei zusammengedrücktem Daumen und Zeigefinger an der höchsten Stelle der Muskelerhebung

Nadelung: senkrecht 0,5-1 Cun tief, Moxibustion möglich

Wirkung und Indikationen zum Beispiel:

  • Stärkt das Abwehr (Wei) Qi
    • Stärkt das Immunsystem
    • Einsetzbar bei Erkältungskrankheiten, Schwitzen, Fieber
  • Vertreibt Wind
    • Gesichtslähmungen
  • Lindert Schmerzen
    • Generell
    • Aber vor allem im Gesichtsbereich
    • Einsetzbar bei Kopf- und Zahnschmerzen
  • Wirkt auf das Gesicht

Das "De Qi-Gefühl"

Durch die Behandlung eines Akupunkturpunktes soll sich beim Patienten das „De-Qi-Gefühl" einstellen. Es handelt sich dabei um ein Wärme-, Kribbel- oder Taubheitsgefühl. Eine neuere Bezeichnung für diese Empfindung ist „propagated Sensation along the meridian" (PSM). Gelingt es nicht, dieses De-Qi-Gefühl auszulösen, so bleibt die Behandlung dieses Punktes wirkungslos, da es dann nicht gelungen ist, die „Energie des Lebens" zu erreichen. Oft kann das De-Qi-Gefühl durch geschickte Manipulierung der Nadel geweckt werden, indem diese mittels bestimmer Techniken angehoben oder eingesenkt wird, oder indem sie hin- und hergedreht wird.

Diagnose und Therapie

Wie kommt der TCM-Therapeut zur Diagnose?

Jede Behandlung, nicht nur in der TCM, beginnt mit einer umfassenden Anamnese. Diese ist Grundlage für die Wahl der richtigen und passenden ganzheitlichen Therapie.

Ausgehend von 

  • Befragung,
  • Pulsdiagnose,
  • Zungendiagnose,
  • Beurteilung von Geruch und Klang (z.B. Räuspern, Husten, etc.) und
  • Beobachtung der Bewegungsmuster des Patienten

findet der TCM-Therapeut zur Diagnose.

Für das Erstgespräch (die Anamnese) muss der Patient viel Zeit mitbringen, denn er wird zunächst einmal ausführlich nach seinen momentanen Beschwerden gefragt und untersucht. Der Therapeut "überprüft" praktisch den kompletten Körper.

Wichtig für die Erstellung der chinesischen Diagnose sind z.B. Fragen nach dem Temperaturempfinden des Patienten, ob er schnell friert oder schwitzt, wie stark er schwitzt, wie sein Schlaf ist, ob er häufig träumt, Fragen zum Stuhlgang und zur Verdauung, außerdem zum Ess- und Trinkverhalten. Bei Schmerzen ist die genaue Beschreibung des Schmerzcharakters von Bedeutung. Dies beinhaltet beispielsweise die Fragen, ob sich der Schmerz auf Druck bessert oder verschlimmert, ob es im Liegen oder bei Bewegung besser ist und ob der Schmerz im Laufe des Tages zunimmt oder gleichbleibend ist. Wichtig ist auch die Schmerzqualität z.B. eines Kopfschmerzes - ist der Schmerz z.B. stechend, brennend, bohrend, an- und abschwellend, dumpf, etc. 

Was versteht man unter Zungendiagnose?

Die Zunge ist als inneres Organ anzusehen, das sehr schnell auf Veränderungen im Organsystem reagiert. In der chinesischen Zungendiagnose geben Größe und Form der Zunge, Oberfläche und Unterseite (hier vor allem die Blutgefäße, Farbe und Belag) Hinweise auf ein energetisches Ungleichgewicht bzw. gesundheitliche Störungen.

Die einzelnen Zungenzonen sind bestimmten Organen zugeordnet, z. B. die Zungenspitze dem Herzen, die Zungenseiten Leber und Gallenblase u. s. w. Aus den einzelnen Zeichen kann der TCM-Therapeut dann entsprechende Rückschlüsse ziehen. So kann z. B. eine Braunfärbung der Zunge auf Verdauungsstörungen oder Veränderungen im Darm hinweisen.

Beurteilt werden also die Grundfarbe des Zungenkörpers, seine Beweglichkeit, Feuchtigkeit, die Farbe und die Konsistenz des Belags, Risse und vorhandene Zahneindrücke. 
 

Was versteht man unter der Pulsdiagnose?

Insgesamt unterscheidet die chinesische Pulsdiagnostik 27 unterschiedliche Pulstypen. Die Pulsdiagnose ist daher ein sehr wertvoller Hinweis auf energetische Veränderungen im Körper. 

Der Therapeut fühlt am rechten Unterarm den Lungen-, Milz- und Nieren-Puls, am linken Unterarm tastet er Herz-, Leber- und Nieren-Puls (einmal Nieren-Yin und einmal Nieren-Yang ). Dabei erfolgt die Tastung jeweils in drei Ebenen: oberflächlich, mittig und in der Tiefe.

Neben dem Herzrhythmus und der Herzfrequenz wird auch das „Volumen“ und die „Qualität“ des Pulsschlags erfasst. Ist der Puls weich oder hart, oberflächlich oder tief?

Wirkt chinesische Medizin nur auf körperlicher oder auch auf seelischer Ebene?

Mit dem gesamten Therapiespektrum der TCM kann man alles behandeln! Auch die Psyche wird von Qi versorgt.

Die TCM heilt ganzheitlich – das bedeutet, der Mensch wird immer in seiner Gesamtheit erfasst und es wird auch das Umfeld berücksichtigt, in dem er lebt. Daraus lässt sich ableiten, dass die gleiche Erkrankung bei zwei verschiedenen Menschen niemals gleich behandelt wird. Jeder erhält die Therapie, die für ihn optimal ist und seinem Wesen entspricht. Umso individueller werden die Akupunkturkonzepte, die Diätpläne und vor allem auch die chinesischen Kräuterrezepturen auf den Patienten zugeschnitten.

Was ist die Chinesische Kräutertherapie?

Ein weiter Pfeiler der TCM ist die Chinesische Arzneitherapie. Diese Arzneimittel bestehen hauptsächlich aus Kräutern, Pflanzenteilen, aber auch aus mineralischen und tierischen Stoffen. Die Arzneimitteltherapie wird in China häufiger eingesetzt als die Akupunktur. Ihre Wirkung entfalten sie vor allem bei chronischen Erkrankungen.

Es gibt mehr als 6000 verschiedene Substanzen – wovon hier in Deutschland je nach Ausbildung des Therapeuten zwischen 300 bis 600 regelmäßig eingesetzt werden. Nicht umsonst dauert eine gute TCM-Arzneimittelausbildung in China mehrere Jahre!

Zu jeder Arznei 

  • gibt es eine detaillierte genormte Beschreibung, denn seit 770 v. Chr. gibt es eine schriftliche Dokumentation der Wirkungen
  • sind die Wechselwirkungen im Sinne der Verstärkung, Abschwächung, bei Kombinationen mit anderen Arzneien beschrieben
  • und wie bei europäischen Heilpflanzen befinden sich auch unter den chinesischen Heilkräutern einige toxische Arzneien
  • wenn Kräuter mit giftigen Bestandteilen in Rezepturen benutzt werden, kombiniert man sie mit anderen Pflanzen, von denen bekannt ist, dass diese gezielt diese Giftwirkung aufheben.

Genauso wie in der chinesischen Diätetik werden chinesische Arzneien eingeteilt nach

  • Temperaturverhalten
  • Geschmackseigenschaften
  • Beschaffenheit
  • Leitbahnbezug
  • Organbezug

Hauptsächlich eingesetzt werden sie zur Behandlung von Krankheitssymptomen aus der „Inneren Medizin“. Hier werden die Arzneien individuell für jeden einzelnen Patienten zusammengestellt und bestehen dann aus verschiedenen Heilkräutern / Mineralien / tierischen Substanzen, alle abgestimmt auf die Symptomatik des einzelnen Patienten. 

Mit der Akupunktur können Störungen im Meridiansystem, Qi- und Yang-Störungen meist gut beeinflusst werden. Hingegen verlangen Yin-Leere und Blut-Leere meist eine intensive, langandauernde Therapie. Schneller kommt man da meist mit Diätetik und Arzneien zum Ziel. Sie werden als Dekokt (Tee), Tinktur, als Pulver/Granulate oder in Form von Kapseln/Tabletten speziell aufgrund der chinesischen Diagnose für den Patienten zusammengestellt. Das heißt, jeder Patient erhält so ein individuell auf ihn und seine Krankheitssituation abgestimmtes Arzneimittelrezept.

Was versteht man unter chinesischer Diätetik?

Bitter-süß oder sauer-salzig - bei den Chinesen geht Gesundheit durch den Magen. Ihre traditionelle Ernährungslehre handelt von der Heilwirkung der Nahrung auf Körper.

Die Ernährungslehre der TCM ist eine sehr wertvolle und wirkungsvolle Unterstützung der Akupunktur und Arzneitherapie. Im Westen ist wichtig, wieviel Vitamin C, Kalzium, Fett, usw. ein Nahrungsmittel enthält. In China dagegen ob und wie die in der Nahrung wirkende Qi-Energie unser Körper-Qi stärkt und harmonisiert. Essen dient also nicht nur dem Genuss und Sattwerden, sondern ist auch Medizin.

Sämtliche Lebensmittel sind nach ihren energetischen Temperaturen eingeteilt und auch danach, ob sie in der Tiefe oder an der Oberfläche wirken. Sowohl Mangelzustände als auch Hitze- oder Kälteerkrankungen können mit dem Weglassen bzw. Verordnen von bestimmten Lebensmitteln sehr gut unterstützend therapiert werden.  
 

Was versteht man unter Tuina?

Tuina ist die chinesische manuelle Therapie. Der Name leitet sich von "Tui" für schieben und "Na" für greifen ab. Anders als bei der verwandten und bei uns bekannteren Akupressur kommen hier neben dem punktuellen Druck weitere Techniken zum Einsatz: 
Kneten, Streichen, Greifen oder Klopfen gehören ebenso dazu wie einfache chiropraktische Griffe. Sie alle orientieren sich an den bekannten Akupunkturpunkten und dem Verlauf der Meridiane (Energieleitbahnen).  

Darüber hinaus kennt die chinesische Massage Fernpunkte, die weit vom Ort der Beschwerden entfernt liegen, über die Leitbahnen jedoch in direkter Beziehung mit ihm stehen. Tuina unterscheidet sich damit stark von der klassischen schulmedizinischen Massage. Entsprechend der TCM-Diagnose erfolgt die Erstellung eines Behandlungskonzeptes mit der Auswahl der Techniken, Punkte, Leitbahnen und Körperzonen.

Die Domäne der TuinaTherapie sind die Bereiche Orthopädie und Traumatologie.Es können degenerative, chronische und akute Prozesse mit Tuina behandelt werden. Sie wird auch bei inneren Krankheitsgeschehen (z.B. bei gynäkologischen oder gastrointestinalen Erkrankungen oder Kopfschmerzen) angewendet. Tuina eignet sich für jede Altersgruppe, auch für Säuglinge, Kleinkinder, sehr alte oder chronisch kranke Menschen. Da sie angenehm tonisierend eingesetzt werden kann eignet sie sich für Rekonvaleszenz und Rehabilitation.

Für alle, die sich gerne mit Akupunktur behandeln lassen würden, aber wegen unüberwindlicher Nadelscheu davor zurückschrecken, kann Tuina ein guter Einstieg zur Überwindung der Nadelscheu oder auch eine Alternative sein.   

Was versteht man unter Qi Gong und Taiji?

Qi Gong und Taiji sind aus China stammende Bewegungsübungen, die ruhig und meditativ ausgeführt werden. Sie sollen das Qi zum fließen bringen und die Meridiane durchlässig machen. Beide Formen eigenen sich sehr gut zum Entspannen. Qi Gong kann auch auf kleinstem Raum durchgeführt werden. 

Nadelung und Gefahren

Nadelung

Für eine Akupunkturbehandlung werden heute fast ausschließlich elastische Einmal-Stahlnadeln in Längen von 15-100 mm eingesetzt. Nur in seltenen Fällen, beispielsweise bei der Ohrakupunktur, werden auch Silber und Goldnadeln verwendet. Außerdem müssen Desinfektionsmittel zur Verfügung stehen, da jede zu behandelnde Stelle vorschriftsmäßig zu desinfizieren ist. Um eine Entscheidung fällen zu können, ob für diesen Patienten eine Akupunkturbehandlung geeignet ist, muss eine sorgfältige Untersuchung vorgenommen werden. Zu nadelnde Stellen müssen frei sein von Narben, Blutgefäßen und Hautveränderungen wie beispielsweise Entzündungen. Die richtige Stichtechnik ist vom Anwender sorgfältig zu erlernen.
Der Heilpraktiker muss während seiner Ausbildung nicht nur für jeden einzelnen Akupunkturpunkt dessen genaue Lage erlernen, sondern auch die dazugehörige Stichrichtung und Stichtiefe. Man unterscheidet je nach Winkel und Richtung der Nadelung Vertikal-, Schräg- und Querstichtechnik, letztere auch Horizontalstich genannt. Darüber hinaus wird für jeden einzelnen Akupunkturpunkt die genaue Einstichtiefe gelehrt.

Gefahren

In unseren Akupunktur-Ausbildungen werden die Therapeuten sorgfältig auf mögliche Gefahren hingewiesen und deren Vermeidung und Bekämpfung aufgezeigt.

Wie bei allen Therapieverfahren, bei denen eine Hautverletzung vorgenommen wird, können bei unsauberem Arbeiten Infektionskrankheiten wie AIDS oder Virushepatitis übertragen werden. Des Weiteren könnte es dadurch zu Entzündungen im behandelten Areal kommen.
Weitere Komplikationsmöglichkeiten sind psychisch bedingter Kollaps, Nadelverbiegungen, Nadelabbruch, Blutungen, Muskelkrämpfe und Verletzungen wichtiger Organe, beispielsweise des Rückenmarks, des Gehirns oder der Lunge.

Nadelkollaps

Dabei kann es zum Schweißausbruch, zu Blässe, zu Übelkeit und Schwindel, zu schnellem und flachem Puls, kalten Extremitäten und flacher Atmung kommen; manchmal sogar zu kurz andauernder Ohnmacht. In diesem Fall wird die Behandlung sofort abgebrochen und alle schon eingestochenen Nadeln entfernt. Der Patient wird in die Schocklage gebracht. Dazu werden die Beine etwas angehoben und der Kopf wird tiefer gelagert. Es muss für ausreichende Sauerstoffzufuhr gesorgt werden. Ist der Patient ansprechbar, fordert man ihn auf, tief durchzuatmen. Erforderlichenfalls kann ein kreislaufstützendes Mittel gegeben werden. Bis zur Wiederherstellung des Patienten werden der Blutdruck und der Puls laufend kontrolliert. Es werden die folgenden Akupunkturpunkte behandelt: Lenkergefäß 26, MP 9 und Ma 36. Sollte dies nur eine ungenügende Wirkung zeigen, können zusätzlich Lu 11, Di 4, Dü 3 und Ni 1 behandelt werden.

Nadelverbiegung

Zur Nadelverbiegung kann es kommen, wenn die Nadel zu alt ist, wenn eine falsche Nadelungstechnik angewandt wurde, also die Nadel zu schnell oder zu fest eingeführt wurde, oder wenn der Patient während der Behandlung seine Körperhaltung verändert. Ist die Verbiegung durch eine Veränderung der Körperhaltung während der Behandlung verursacht worden, so muss das betreffende Glied erst wieder vorsichtig in die ursprüngliche Lage gebracht werden. Vor dem Herausziehen der Nadel wird die Richtung der Verbiegung festgestellt und die Nadel dann entsprechend herausgenommen. Die Nadel darf keinesfalls hastig oder mit zu starkem Zug herausgezogen werden, damit es nicht zu einem Nadelabbruch kommt.

Nadelabbruch

Zum Nadelabbruch kann es durch eine Nadelverbiegung oder durch schadhafte Nadeln kommen. Sind Nadeln zu alt, brechen sie bevorzugt an der Ansatzstelle des Nadelgriffes ab. Man sollte die Nadel deshalb immer einige Millimeter über dieser Ansatzstelle über die Körperoberfläche hervorstehen lassen. Aber auch durch Bewegungen des Patienten und durch Muskelkrämpfe kann es zum Nadelabbruch kommen. Im Falle eines Nadelabbruches darf der Patient die Körperhaltung nicht verändern und sich nicht mehr bewegen. Wenn noch ein Stück der Nadel aus dem Körper hervorragt, kann man versuchen, diese mit einer Pinzette herauszuziehen. Befindet sich unter der Akupunkturstelle, an der der Nadelabbruch erfolgt ist, ein Knochen, so kann man versuchen, das um die Einstichstelle liegende Gewebe herunterzudrücken, so dass ein Teil der abgebrochenen Nadel über der Körperober-fläche erscheint. Gelingt es auf diese Weise nicht, die Nadel herauszuholen, muss der Patient in die Klinik eingewiesen werden, damit die Nadel durch einen chirurgischen Eingriff entfernt wird. In diesem Fall gibt man dem Patienten die abgebrochene Nadel mit in die Klinik, damit diese dort nach erfolgtem Eingriff auf Vollständigkeit überprüft werden kann.

Muskelverspannung

Eine Muskelverspannung kann dazu führen, dass sich die Nadel nicht mehr herausnehmen lässt. In diesem Fall muss erst die Verspannung gelöst werden, und es darf keinesfalls zu fest an der Nadel gezogen wird, damit es nicht zu einem Abbruch kommt. Um eine Entspannung der betreffenden Muskulatur zu erreichen, kann eine leichte Massage des Muskels durchgeführt werden, oder der Muskel kann durch vorsichtige Wärmezufuhr mittels einer Wärmequelle entspannt werden. Eine Entspannung kann auch über ein Ablenkungsmanöver wie Klopfen oder leichtes Kneifen der gegenüberliegenden Körperseite erreicht werden. Hat man schließlich die Nadel entfernt, muss man sie auf ihre Unversehrtheit hin überprüfen.

Blutungen

Bei der Anamnese wird der Patient immer gefragt, ob eine vermehrte Blutungsneigung vorliegt, also ob er Bluter ist, oder ob er blutgerinnungshemmende Mittel einnimmt. Stellt man fest, dass auf einem Akupunkturpunkt ein Gefäß verläuft, so wird dieser Punkt nicht angestochen. Kommt es aufgrund einer Verletzung eines kleinen Blutgefäßes zu einer Blutung, so braucht diese Stelle nur fest gedrückt zu werden und nach einigen Minuten hört die Blutung von allein auf.
Kommt es nur zu einem geringfügigen Hämatom (Bluterguss), so kann es unbehandelt bleiben, denn es verstärkt die Reizwirkung der Akupunkturstelle. Bei größeren Hämatomen kann mit warmen Umschlägen und entsprechenden Salben behandelt werden. Bei stärkeren Blutungen wird ein Druckverband angebracht, notfalls wird die Blutung mittels eines kalten Gegenstandes zum Stillstand gebracht. Kommt es bei einem Bluter oder aufgrund von Antikoagulanzieneinnahme zu unstillbaren Blutungen, muss der Notarzt benachrichtigt werden.

Pneumothorax

Wird in der Schlüsselbeingrube, im Rücken oder im Brustbereich ein Punkt falsch oder zu tief gestochen, so kann das Rippenfell durchstochen werden. In diesem Fall kann Luft in den Pleuraspalt eindringen, v.a. dann, wenn zusätzlich noch eine Nadelreizung durch Anheben und Einsenken der Nadel stattfindet, die durchgeführt wird, um die Lebensenergie De Qi an diesem Punkt zu wecken. Wird die Nadel noch tiefer eingestochen, so kann sogar Lungengewebe zerstört werden. Wurde ein Pneumothorax ausgelöst, so kommt es zu Schmerzen im Brustbereich, zu Beklemmungsgefühl und zu Husten. In schweren Fällen sogar zu Blutdruckabfall und Schock. Es kann sein, dass die Beschwerden erst Stunden nach der Behandlung auftreten. Deshalb muss der Patient zur Beobachtung in der Praxis bleiben, wenn es möglicherweise zu einer Pleura- oder sogar zu einer Lungengewebeverletzung gekommen ist.
Wurde ein Pneumothorax ausgelöst, so muss die Stelle, an der die Luft in den Pleuraspalt einströmt, luftdicht verschlossen werden. Der Patient muss unverzüglich ins Krankenhaus gebracht werden, damit eine Röntgenaufnahme angefertigt werden kann. Aber nicht in jedem Fall, in dem die Pleura angestochen wurde, muss es zu einem Pneumothorax kommen, da kleinere Mengen eingedrungener Luft vom Körper selbst resorbiert werden können.

Extreme Schmerzen

Gibt der Patient während einer Nadelung extreme Schmerzen an, so wird die Nadel sofort entfernt, und der Punkt darf während dieser Behandlung nicht mehr angestochen werden. Leichtere Nervenreizungen können nach dem Herausziehen der Nadel durch Injektionen mit Vitamin B in die Gegend des verletzten Gebietes behandelt werden.

Neben einer umfangreichen TCM/Akupunktur-Ausbildung mit Online-Unterricht und Praxiswochenenden werden an unserer Schule auch verschiedene Weiterbildungen für Therapeuten zur Erweiterung ihres Therapiespektrums angeboten: wie TCM Gynäkologie, TCM Phytotherapie oder TCM Ohrakupunktur.

Alle Online-Schulungen und Praxis-Einheiten werden geleitet von unserer Dozentin Birgit Kriener.

Unser TCM-Angebot für Sie

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Unsere letzte TCM-Ausbildung (Kursstart 2017) ist für die Teilnehmer schon fast beendet - der Abschluss-Block läuft. Hier finden Sie die Kursbeschreibung noch einmal zum nachlesen.

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Im September 2019 starten wir wieder neu mit unserer großen TCM/Akupunktur-Ausbildung. Ihre Dozentin Birgit Kriener freut sich schon auf Sie!

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In unseren Webinar-Workshops können Sie (endlich) die gelernte Theorie in die Praxis umsetzen. Sie erstellen für "Ihren Fall" die Anamnese, einen Therapieplan und den Behandlungsablauf.

Arbeitskreis TCM

Wenn Sie sich neben Ihrer TCM-Ausbildung oder Praxistätigkeit mit anderen austauschen möchten sind Sie hier richtig. Birgit Kriener bereitet für die Arbeitskreise akutelle Themen vor und Sie kommen sogar noch in den Genuss einer kostenlosen Zusatzstunde.

Wann das nächste Treffen ist, finden Sie im Kurskalender in unserem Forum. Hier geht es zum Kurskalender.

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