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Organisatorische Fragen

Vorbereitung auf die Prüfung

Hilfreiche Antworten

Original Amtsarztfragen HP-Prüfung Herbst 2016
Die Prüfung zum HP und HPP haben bestanden...

Auf was muss ich achten? An was muss ich denken?

Hier finden Sie Antworten auf die Fragen, die sich Ihnen in der Vorbereitung auf Ihre Prüfung stellen. Wir freuen uns auf weitere Fragen und Vorschläge zur Ergänzung. Senden Sie eine E-Mail an info@isolde-richter.de

 

 

Organisatorische Fragen in der Prüfungsvorbereitung

Wer wird zur Prüfung zugelassen?

Die Ausbildung ist für Heilpraktiker vom Gesetzgeber nicht geregelt. Das heißt, dass es ist Ihnen letztendlich selbst überlassen ist, wie Sie sich für die Prüfung vorbereiten. Wichtig ist nur, dass Sie den prüfungsrelevanten Stoff beherrschen.

Der Gesetzgeber zählt im Heilpraktikergesetz (HPG) lediglich fünf Voraussetzungen auf, die erfüllt sein müssen, damit Sie eine Erlaubnis zum Ausüben der Heilkunde erhalten können. Der Antragsteller muss:


•    mindestens 25 Jahre alt sein (Nachweis: Geburtsurkunde)
•    mindestens Hauptschulabschluss haben (Nachweis: letztes Schulzeugnis)
•    sittlich zuverlässig sein. (Nachweis: Polizeiliches Führungszeugnis)
•    gesundheitlich geeignet sein. (Nachweis: Ärztliches Attest)

Wenn Sie diese Voraussetzungen erfüllen, werden Sie zur Prüfung zugelassen.

Bei der Prüfung weisen Sie nach, dass Sie „keine Gefahr für die Volksgesundheit“ darstellen. Nach Bestehen der Prüfung bescheinigt Ihnen dies das Gesundheitsamt. Diese Bescheinigung benötigen Sie, wenn Sie einen Erlaubnisschein zum Ausüben der Heilkunde gemäß dem Heilpraktikergesetz beantragen.

Wann und wo findet eine Prüfung statt?

Seit 1992 wurden die Überprüfungen durch "Leitlinien" der Bundesregierung hinsichtlich der Prüfungsinhalte und -termine zunehmend zentralisiert und vereinheitlicht. Die Bundesländer, die an dieser „zentralisierten HP-Überprüfung“ teilnehmen sind zurzeit: Baden-Württemberg, Bayern, Bremen, Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Sachsen-Anhalt und Thüringen.


Prüfungstermine

In den Bundesländern, die an der zentralisierten Überprüfung teilnehmen, gibt es pro Jahr einheitlich zwei Termine für die schriftliche Überprüfung (1. Prüfungsteil), und zwar jeweils am
•    3. Mittwoch im März und am
•    2. Mittwoch im Oktober
Hat man den schriftlichen Teil bestanden, so erhält man anschließend einen Termin für die mündliche Überprüfung (2. Prüfungsteil) vom Gesundheitsamt zugeteilt.



Anmeldefristen

Die jeweiligen Anmeldefristen zur Überprüfung sind in den einzelnen Bundesländern leider nicht einheitlich festgelegt, es gibt zum Teil erhebliche Unterschiede. Zumeist gilt eine Anmeldefrist, die etwa drei Monate vor dem Termin zur schriftlichen Überprüfung ausläuft. Sie sollten die Anmeldefrist jedoch unbedingt bei dem für Sie zuständigen Gesundheitsamt erfragen. Fast alle Gesundheitsämter haben die für sie geltenden Anmeldungsfristen und die erforderlichen Unterlagen im Internet eingestellt.


In den übrigen Bundesländern sind die Überprüfungstermine und Anmeldefristen bei den örtlich zuständigen Zulassungsstellen (Landkreise, Stadtkreise, Gesundheitsämter) abzufragen; meist können Sie dies auch über das Internet.

Der mündliche Überprüfungstermin (2. Prüfungsteil) folgt für Antragsteller, die im März den schriftlichen Teil erfolgreich absolviert haben, meist in den Monaten April bis September. Für Antragsteller, die den schriftlichen Teil der Überprüfung im Oktober erfolgreich absolviert haben, liegen die Termine meist in den Monaten November bis Februar.


Lange Wartezeiten

Bei einigen Gesundheitsämtern müssen Sie mit übermäßig langen Wartezeiten rechnen. Dagegen können Sie jedoch Einspruch erheben. Da Sie als antragsberechtigter Bürger einen Rechtsanspruch darauf haben, dass über Ihren Antrag in angemessener Frist entschieden wird, raten wir Ihnen auch zu diesem Schritt. Hier können Sie einen entsprechenden Formulierungsvorschlag herunterladen >>

Bei welchem Gesundheitsamt melde ich mich an?

Sie haben Ihren Wohnsitz in Deutschland:

In der Regel ist das Gesundheitsamt zuständig, in dessen Zuständigkeitsbereich Sie Ihren Wohnsitz haben, da man davon ausgeht, dass Sie beabsichtigen, hier auch Ihre Praxis zu eröffnen. Beabsichtigen Sie jedoch, Ihre Praxis an einem anderen Ort zu eröffnen, so ist diejenige Behörde für Sie zuständig, in deren räumlichen Zuständigkeitsbereich die heilpraktische Tätigkeit ausgeübt werden soll.
In diesem Fall gilt für Sie das unter "Wohnsitz im Ausland" beschriebene Vorgehen.


Sie haben Ihren Wohnsitz im Ausland:

Wenn Sie im Ausland leben und hier in Deutschland zur Heilpraktiker-Überprüfung zugelassen werden möchten, ist diejenige Behörde für Sie zuständig, in deren räumlichen Zuständigkeitsbereich die heilpraktische Tätigkeit ausgeübt werden soll. Bei der Antragstellung sind objektive und nachvollziehbare Gründe für den geplanten Niederlassungsort in Deutschland anzugeben.
Nachvollziehbare Gründe sind vor allem bestehende geschäftliche oder familiäre Beziehungen. Am einfachsten ist es, wenn Sie hier in Deutschland einen bereits bestehenden Haupt- oder Nebenwohnsitz haben.

Beispiel:

Ich beabsichtige eine künftige HP-Praxis in (z.B. meiner Geburtsstadt) Berlin zu eröffnen, weil ich

  • wieder dort hinziehen möchte. Ich habe lange Jahre dort gewohnt und möchte wieder zu meinen Wurzeln zurückkehren.
  • dort Verwandte (Eltern, Schwester, Freunde, Geschäftspartner) habe, die für mich schon auf der Suche nach geeigneten Praxisräumen sind.
  • mit Studienkollegen (Freunden) gemeinsam eine Praxis eröffnen möchte.
  • dort bereits eine Wohnung mit Praxis in Aussicht habe.

 

 

Was mache ich, wenn ich nicht bestehe?

Bei Nichtbestehen der Überprüfung steht Ihnen innerhalb eines Monats ein Widerspruchsrecht zu. Eine Möglichkeit die Überprüfung zu wiederholen, besteht nach einem halben Jahr. Die Zahl der möglichen Wiederholungen ist nicht beschränkt.
Es muss bei jeder Wiederholung auch der schriftliche Teil wiederholt werden, selbst wenn man diesen bestanden hatte und man nur an der mündlichen Überprüfung gescheitert ist.

Was muss ich vor der Anmeldung beachten? (Schritt-für-Schritt-Anleitung)

Schritt-für-Schritt-Anleitung für Ihre Anmeldung zur Prüfung.

 


  1. Ermitteln Sie das für Sie zuständige Gesundheitsamt.
    Fragen Sie bei Ihrem Rathaus am Ort oder beim Landratsamt nach, welches Gesundheitsamt für Ihre HP-Überprüfung zuständig ist. Grundsätzlich setzen die Zulassungsstellen voraus, dass Sie entweder Ihren ersten oder zumindest zweiten Wohnsitz im Zuständigkeitsbereich der Zulassungsstelle haben oder objektiv nachvollziehbar darlegen können, dass Sie in deren Zuständigkeitsbereich nach Erteilung der HP-Erlaubnis eine HP-Praxis eröffnen und betreiben wollen.

  2. Da die Gesundheitsämter den Landratsämtern unterstellt sind, richten Sie Ihren Antrag an das zuständige Landratsamt/Gesundheitsamt. Ihren Antrag können Sie in etwa so formulieren:

    An das Landratsamt/Ordnungsamt
    Straße
    PLZ + Ort

    Sehr geehrte Damen, sehr geehrte Herren,
    hiermit beantrage ich die Erlaubnis zum Ausüben der Heilkunde gemäß dem Heilpraktikergesetz. Bitte teilen Sie mir mit, welche Unterlagen ich im Einzelnen vorlegen muss, damit meinem Antrag stattgegeben werden kann.

    Hochachtungsvoll
    (Unterschrift)


  3. Nun warten Sie auf die Mitteilung des Landratsamt, welche Unterlagen benötigt werden. Das ist von Amt zu Amt verschieden. Man wird Ihnen mitteilen, dass Sie in jedem Fall  folgende Unterlagen benötigen, um Ihrem Antrag stattgeben zu können:

    • Ihre Geburtsurkunde als Nachweis, dass Sie mindestens 25 Jahre alt sind.
    • Ihr letztes Schulzeugnis als Nachweis, dass Sie mindestens einen Hauptschulabschluss haben. 
    • Ein polizeiliches Führungszeugnis als Nachweis, dass Sie sittlich zuverlässig sind. Dieses können Sie beim zuständigen Ordnungsamt beantragen. Bitte beachten Sie, dass die meisten Landratsämter verlangen, dass das polizeiliche Führungszeugnis beim Ablegen der Überprüfung nicht älter als drei Monate ist.   
    • Ein ärztliches Attest, um Ihre gesundheitliche Eignung nachzuweisen.


    Am besten formulieren Sie das Schreiben selbst vor und lassen es dann vom Arzt unterschreiben und stempeln. Muster:

    An das Landratsamt/Ordnungsamt
    Straße
    PLZ + Ort


    Hiermit bestätige ich Herrn/Frau ......................
    dass er/sie in gesundheitlicher Hinsicht geeignet ist, den Beruf des Heilpraktikers auszuüben.


  4. Je nachdem in welchen Bundesland Sie leben, wird man von Ihnen eventuell noch verlangen:
  • einen kurz gefassten Lebenslauf
  • eine Erklärung, ob ein gerichtliches Strafverfahren oder ein staatsanwaltliches Ermittlungsverfahren gegen Sie läuft
  • die Angabe, ob bereits früher eine Erlaubnis erteilt wurde, die Ihnen wieder entzogen wurde


Für die Anmeldung beim Gesundheitsamt Freiburg können Sie sich unter nachstehendem Link ein Informationsblatt herunterladen. Die genauen Prüfungstermine und Antragsfristen finden Sie >> hier.


Welches sind die Inhalte der schriflichen und mündlichen Prüfung?

Die Überprüfung besteht aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil.

Schriftliche Prüfung

Die schriftliche Überprüfung besteht in der Regel aus 60 bis 80 MC-Fragen (Antwort-Wahlverfahren). Davon müssen 75 Prozent richtig beantwortet sein, damit die Prüfung als bestanden gewertet wird. Allerdings kann es sein, dass ein Bundesland von den 75 Prozent abweicht. In diesem Fall werden Sie jedoch von der prüfenden Stelle darauf hingewiesen. Nur wer den schriftlichen Teil bestanden hat, wird zur mündlichen Überprüfung zugelassen.


Mündliche Prüfung

Die mündliche Prüfung dauert mindestens 15 und höchstens 60 Minuten. Es kann in Gruppen mit bis zu vier Antragstellern geprüft werden. Im mündlichen Teil der Überprüfung sind die gestellten Fragen vom Antragsteller in freier Form zu beantworten. Dem Antragsteller kann auch eine praktische Aufgabe gestellt werden, deren Handhabung er dem Prüfungsgremium zu demonstrieren hat.

Inhalt der Überprüfung (nach den Richtlinien)


  • Berufs- und Gesetzeskunde, insbesondere rechtliche Grenzen sowie Grenzen und Gefahren diagnostischer und therapeutischer Methoden bei der nichtärztlichen Ausübung der Heilkunde
  • Grundlegende Kenntnisse der Anatomie und Physiologie einschließlich der pathologischen Anatomie und Pathophysiologie
  • Grundkenntnisse in der allgemeinen Krankheitslehre, Erkennung und Unterscheidung von häufigen Krankheiten, insbesondere der Stoffwechselkrankheiten, der Herz-Kreislauf-Krankheiten, der degenerativen und übertragbaren Krankheiten, der bösartigen Neubildungen sowie der seelischen Erkrankungen
  • Erkennung und Erstversorgung akuter Notfälle und lebensbedrohender Zustände
  • Praxishygiene, Desinfektion und Sterilisationsmaßnahmen
  • Technik der Anamneseerhebung, Methoden der unmittelbaren Krankenuntersuchung (Inspektion, Palpation, Perkussion, Auskultation, Reflexprüfung, Puls- und Blutdruckmessung)
  • Bedeutung grundlegender Laborwerte
  • Injektions- und Punktionstechniken

Wie bereite ich mich auf die schriftliche Prüfung vor?

Suchen Sie sich ein gutes und seriöses Ausbildungsinstitut, das Ihnen das für die Prüfung notwendige Wissen vermittelt. Sind Sie Schüler der Fern- und Heilpraktikerschule Richter, so haben Sie diesbezüglich schon das große Los gezogen! Arbeiten Sie gründlich alle Lehrhefte durch.


Zusätzlich sollten Sie noch folgende Fähigkeiten gründlich schulen:

  • Das Lösen von MC-Fragen
    Unser E-Learning-Portal bietet Ihnen umfassende Unterstützung beim Lernen und Verfestigen des Unterrichtsstoffs.

    • Zu allen prüfungsrelevanten Themen und Organsystemen finden Sie im Fragenzentrum des E-Learning-Portals zahlreiche MC-Fragen (Multiple Choice) zum Üben in verschiedenen Modi. 
    • Ebenfalls im E-Learning-Portal können Sie die originalen Amtsarztfragen der letzten 12 Jahre nutzen, um Prüfungssimulationen durchzuspielen oder die Fragen im Themenmodus abzuarbeiten. Dabei handelt es sich um die originalen Prüfungsfragen, wie Sie von den Gesundheitsämtern gestellt wurden, die die Prüfung nach den Richtlinien des Bundes und der Länder vornehmen.

  • Differenzialdiagnostisches Können

    • Hierfür eignet sich besonders das „Prüfungsfragenbuch für Heilpraktiker“, wo Sie im Kapitel "Differenzialdiagnostische Fragen" (ab Seite 381, 7. Auflage) die hierfür relevanten Fragen finden.
    • Üben Sie auch viel mit den Diagnoserätseln, die hier im Forum der Heilpraktikerschule Richter eingestellt sind. Diese bereiten Sie optimal für die Prüfung und Ihre spätere Praxistätigkeit vor.

  • Praktische Fähigkeiten
    Manche Gesundheitsämter verlangen von den Prüflingen, dass sie eine praktische Tätigkeit durchführen, z.B. abhören, abtasten, abklopfen oder sie lassen eine Injektion setzen oder sich genau erklären, wie man bei einer Erstuntersuchung vorgeht.

    • Besuchen Sie deshalb einen entsprechenden Untersuchungskurs. Wir bieten an unserer Schule laufend solche Kurse an.



Wie bereite ich mich auf die mündliche Prüfung vor?

Tipps für die mündliche Prüfung



Wissenslücken

Die Medizin ist ein riesiges, unüberschaubares Gebiet. Heute ist es niemandem mehr möglich, das gesamte medizinische Wissen zu erlernen. Dies ist der Grund, warum es so viele Fachärzte gibt. Man wird in der Prüfung also nicht von Ihnen verlangen, dass Sie alles wissen - es geht vielmehr darum zu zeigen, dass Sie über ein solides medizinisches Grundwissen verfügen.
Vor allem müssen Sie in der Lage sein, gefährliche von ungefährlichen Erkrankungen zu unterscheiden.

Nur bei einigen Themen sind Fehler gleichbedeutend mit einem "Aus" für die Prüfung (zumindest für ein halbes Jahr), das sind:

  • Gesetzeskunde:  Sie müssen genau wissen, was Sie als Heilpraktiker dürfen und was nicht.
  • Notfallverhalten: Sie müssen in der Lage sein, Notfälle als solche zu erkennen und wissen, wie Sie in einzelnen Fällen wirksame Erste-Hilfe-Maßnahmen leisten können.
  • Infektionskrankheiten: Einen Prüfungsschwerpunkt bilden die Infektionskrankheiten mit Behandlungsverbot - diese müssen daher besonders gut gelernt werden. Allerdings sind nicht alle gleich bedeutend. Einen Schwerpunkt bilden vor allem die Kinderkrankheiten, die Tuberkulose, die Virushepatitis und die sexuell übertragbaren Krankheiten.
  • Desinfektion/Sterilisation: Die Techniken und Zeiten müssen Sie genau wissen.

 

Reden, reden, reden

In der mündlichen Prüfung bleiben dem Prüfer ca. 20 bis 30 Minuten um einzuschätzen, ob Sie eine "Gefahr für die Volksgesundheit" wären. Er muss sich bei der Beurteilung also auf Ihr ("selbstsicheres"?) Auftreten verlassen und darauf, was Sie verbal von sich geben. Wenn Sie aber das meiste Ihres Wissen nur gedanklich abfragen, kann der Prüfer nicht erkennen, wie groß Ihr medizinisches Wissen ist. Denken Sie deshalb laut!

Legt Ihnen der Prüfer z.B. ein Bild vor, so können Sie sagen, leider kann ich auf dem Bild nicht genau erkennen, ob es sich hier um Lichtblitze oder um kleine Eiterstippchen handelt. Wenn es Eiterstippchen sind, dann denke ich … So weiß der Prüfer, dass Sie über das entsprechende Wissen verfügen. Sitzen Sie dagegen nur stumm da und überlegen fieberhaft, worum es sich handeln könnte, so wird der Prüfer vermuten, dass Ihnen nichts einfällt.

Wichtige Regel: Den Prüfer an allen gedanklichen Zwischenschritten teilhaben lassen!



Den Prüfer nicht langweilen!

Nun sollen Sie in der Prüfung zwar reden, reden, reden – aber nicht darum herumreden ("labern"). Wenn Sie also zu einer Frage keine Antwort wissen und Ihnen auch keine differenzialdiagnostischen oder sonstigen Überlegungen einfallen, so ist es besser, dies zu sagen. Es ist nicht gut, einfach herumzureden und zu versuchen, etwas ganz anderes zu sagen als gefragt wurde.


Black-out

Jeder hat die Horrorvorstellung, vor dem Prüfer zu sitzen und auf eine Frage hin völlig blockiert zu sein. Da so etwas in Prüfungen häufiger vorkommt, ist es sinnvoll, dies dem Prüfer mitzuteilen. Sagen Sie z.B.: „Ich habe im Moment ein völliges Black-out. Ist es vielleicht möglich, mir diese Frage später noch einmal zu stellen?“ So weiß der Prüfer, was mit Ihnen los ist und oft hilft alleine schon das Reden, um dem Black-out zu entkommen.


Notfall und Behandlungsverbot ausschließen

Der Prüfer gibt Ihnen ein Fallbeispiel und fragt, was Sie in diesem Fall machen würden. Stellen Sie immer folgende Überlegungen an:

  1. Handelt es sich um einen Notfall?  Muss ich also den Notarzt verständigen oder eine Klinikeinweisung veranlassen? Wenn nicht:
  2. Handelt es sich um eine Erkrankung mit Behandlungsverbot? Muss ich zu diesem Zeitpunkt bereits den begründeten Verdacht haben oder kann ich noch weitere all¬gemeine Untersuchungen vornehmen? Wenn nicht:
  3. Kann ich alle notwendigen Untersuchungen vornehmen oder sind weitere Untersuchungen notwendig (z.B. Szintigramm bei Schilddrüsenknoten), die nur von einem Arzt vorgenommen werden müssen? Wenn nicht, ...
  4. ... dann kann ich jetzt die Diagnose stellen. Dabei gilt es zu prüfen, ob die naturheilkundlichen Therapien in diesem speziellen Fall ausreichend sind oder ob verschreibungspflichtige Medikamente (z.B. Insulin) eingesetzt werden müssen. In diesem Fall dürfte der Heilpraktiker begleitend behandeln.


Denken Sie auch daran, dass Sie darauf überprüft werden, ob Sie in der Lage sind gefährliche von harmlosen Erkrankungen zu unterscheiden. Erwähnen Sie deshalb zuerst gefährliche Erkrankungen und dann erst die harmloseren, z.B. bei Bauchschmerzen zuerst den Darmkrebs und dann das Reizdarmsyndrom.


Wissen, was der Prüfer denkt

Vielleicht hat der Prüfer einen ganz speziellen Fall im Sinn. Fragen Sie deshalb immer genau nach, was gemeint ist, damit Sie den gleichen Fall vor Ihrem geistigen Auge sehen wie der Amtsarzt.
Angenommen, der Prüfer schildert ein Fallbeispiel, z.B. ein Patient kommt in die Praxis und klagt über starke Müdigkeit und fragt, wie Sie in diesem Fall behandeln würden. Lassen Sie sich nicht vorschnell zu einer Antwort hinreißen. Gehen Sie alle Punkte durch, die im vorherigen Abschnitt gelistet sind.
Denken Sie auch immer daran, dass erst die Ursache eines Symptoms aufgedeckt werden muss, bevor behandelt wird. Schildern Sie also, welche Untersuchungen Sie in diesem Fall vornehmen würden und geben Sie dann erst an, wie Sie behandeln würden. Unterscheiden Sie bei der Therapie nach Ursachen- und Symptomtherapie.

Keine „Anhiebsdiagnosen“ stellen

Lassen Sie sich zu keinen vorschnellen Diagnosen hinreißen. Wird Ihnen z.B. ein Bild mit einem gelblich verfärbten Patienten vorgelegt, so antworten Sie nicht vorschnell „Lebererkrankung“, sondern sagen Sie zunächst, dass Sie hier einen Ikterus sehen können! Schildern Sie nun, dass dafür verschiedene Möglichkeiten in Betracht kommen. Eine häufige Ursache dafür ist eine Leber- oder Gallenerkrankung, man muss auch ein Pankreaskopfkarzinom in Betracht ziehen. Erwähnen Sie aber auch seltenere Möglichkeiten wie z.B. perniziöse Anämie. Weisen Sie auch darauf hin, dass wenn lediglich ein Sklerenikterus vorliegt, dies auch ohne Krankheitswert sein kann (Gilbertsyndrom, sog. Meulenchrachtkrankheit).
Schildern Sie dann, wie Sie vorgehen würden und welche Fragen und Untersuchungen jeweils sinnvoll sind, um die Ursache der Gelbfärbung aufzudecken.



Auf sicherem Terrain verweilen

Verbringen Sie so viel Zeit wie möglich bei einem Thema, in dem Sie sich auskennen. Sprechen Sie deshalb Bereiche, in denen Sie sich unsicher fühlen, erst später an, wenn Sie schon mit Wissen glänzen konnten. Vielleicht haben Sie auch Glück und der Prüfer geht zur nächsten Frage über, weil er schon gehört hat, was er hören wollte und Sie konnten Ihr Angstthema vermeiden.
Manche Prüflinge steuern mit großem „Geschick“ sofort auf ihr Angstthema zu, vergleichbar einem Ski-Anfänger, der den einzigen Baum am Abhang anpeilt und darauf zufährt.


Verwirrung klären

Wenn Ihnen irgendetwas unverständlich ist oder Sie sich nicht sicher sind, z.B. "Hatte das Fallbeispiel das Symptom oder nicht?" fragen Sie einfach nach.
Haben Sie nun mehrere Fragen zu einem Fall gestellt und wichtige Untersuchungen erwähnt, dann nehmen Sie sich einen Augenblick Zeit und fassen alles zusammen (natürlich laut!!). Dabei rufen Sie sich die wichtigen Befunde noch einmal ins Gedächtnis, sodass der Prüfer feststellen kann, ob Sie etwas falsch verstanden haben.

 

Bilder

Wenn Sie ein Bild vor sich liegen haben, klären Sie durch Fragen auch alles ab, was Sie nicht sehen können, z.B. "Gibt es auch Hauterscheinungen an anderen Körperteilen?", "Wie schnell ist das entstanden?" oder "Ist die Rötung schmerzhaft?".
Bilder sind nicht immer deutlich oder eindeutig - also fragen Sie nach, wenn Sie z.B. nicht wissen, ob es sich um einen Schatten oder eine Pigmentstörung handelt.

Gedanken laut aussprechen

Wenn Sie Ihre Gedanken laut aussprechen, kann Ihnen der Prüfer wichtige Mitteilungen geben, wie "Das ist unwichtig." oder "Es handelt sich nicht um einen Ausschnitt des Unterschenkels sondern des Unterarms".
Dann klären Sie Ihren nächsten Verdacht ab, genau wie später in der Praxis, denn da ist der erste Verdacht auch oft nicht der richtige. Damit zeigen Sie auch gleich, dass Sie differenzialdiagnostische Überlegungen anstellen können.


Auffälligkeiten

Wenn Sie nach einem Symptom fragen und der Prüfer in seiner Rolle als Patient antwortet: “Darauf habe ich nicht geachtet.“ oder „Das weiß ich nicht.“ haben Sie oft einen Volltreffer gelandet und er will es Ihnen nicht sagen, weil die Diagnose sonst zu einfach wäre. In diesem Fall klären Sie das „Drumherum“ ab und fragen nach Fakten, die mit dem Symptom zusammenhängen.


Praktischer Teil

Manchmal möchte ein Prüfer, dass der Prüfling an ihm eine Untersuchung durchführt. Bleiben Sie in diesem Fall ruhig. In der Regel sind es einfache Untersuchungen wie Abhören oder Abklopfen, denn der Prüfer hat schließlich keine Lust sich in der Prüfung „frei zu machen“.

  • Gehen Sie nicht zu zaghaft vor. Der Prüfer möchte sehen, dass Sie dabei Sicherheit ausstrahlen, und dass Sie z.B. stark genug abklopfen, um eventuelle Veränderungen hören zu können.
  • Erwähnen Sie unbedingt, wenn Sie z.B. demonstrieren, wie eine Blutdruckmessung erfolgt und Ihnen der Prüfer seinen Arm mit Hemd hinhält, dass Sie eine solche Untersuchung nur am entblößten Arm vornehmen würden. Oder dass Sie eine Blutentnahme nur am liegenden Patienten durchführen würden.

 

 

Was kann ich gegen Überforderung bei der Prüfungsvorbereitung tun?

Nutzen Sie die Bachblüten und persönlichen Affirmationen als Lernhilfen:

 

 

Bachblüten

Wirkungsweise

Chestnut BudBei Lernschwierigkeiten unterschiedlichster Art. Kann allen Lernmischungen beigemischt werden, da Chestnut Bud den Lernvorgang an sich erleichtert.
White Chestnut       Bei ständig kreisenden Gedanken, die man nicht abstellen kann.
Wild Rose   Wenn man sich ausgelaugt fühlt und zu viele Aufgaben hat.
Clematis     Hilft die Gedanken beisammen halten, wirkt gegen Unaufmerksamkeit. Clematis ist ein gutes Mittel für Tagträumer.
OliveBei Erschöpfung durch langdauernde Überanstrengung.
Wild OatHilft sich auf eine Aufgabe zu konzentrieren.
Rock WaterBei zu hohen Anforderungen an sich selbst. Lernen wird dadurch zur Qual,da man sich selbst immer wieder enttäuscht.

Affirmationen

 

Wählen Sie eine "Lernaffirmation" aus, die Ihnen besonders zusagt oder denken Sie sich eine eigene, persönliche Affirmation aus.


•    Meine Gedanken sind bei dem, was ich gerade tue.
•    In mir ist Stärke und Wissen.
•    Ich richte mich auf mein Lebensziel aus.
•    Mir fließt die für meine neue Aufgabe notwendige Kraft zu.
•    Ich bin offen für die neuen Aufgaben, die auf mich zukommen.




Was kann ich gegen meine Prüfungsangst tun?

Nutzen Sie den Einfluss von Bachblüten und persönlichen Affirmationen.

 

 

Bachblüten

Wirkungsweise

LarchSteigert das Vertrauen in sich und die Welt.
Rock RoseGegen Panikanfälle aller Art.
MimulusBei konkreter Angst vor der Prüfungssituation.
Cerato        Wenn man entmutigt ist und eine negative Erwartungshaltung hat
Wild OatHilft, ein klares Ziel vor Augen zu haben.
ElmBei Angst den späteren Aufgaben (z.B. Praxistätigkeit) nicht gewachsen zu sein - das kann das Bestehen der Prüfung unterbewusst verhindern.
Aspen Bei vagen Angstgefühlen, ohne dass man sagen könnte wovor genau.
Star of Bethlehem Hilft beim Verarbeiten von unangenehmen Erlebnissen,
z.B. wenn man schon mal durch die Prüfung gefallen ist.
Oak Bei Erschöpfung durch zu viele Aufgaben, wenn man trotz der Erschöpfung tapfer immer weiter kämpft.
Rock WaterBei zu hohen Anforderungen an sich und wenn man zu viel Härte gegen sich selbst zeigt.
Walnut Hilft für einen Neuanfang bereit zu sein.

Affirmationen


Wählen Sie eine Affirmation aus, die Ihnen besonders zusagt oder überlegen Sie sich eine eigene, persönliche Affirmation.

 

  • Ich bin bereit, meinen Weg zu gehen
  • Ich meistere meine Aufgaben
  • Ich gehe meinen Weg mit Vertrauen
  • In mir ist Gelassenheit und Ruhe