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Lernen optimieren

Lernen wollen ist ein zutiefst menschliches Bedürfnis! Und es dauert das ganze Leben an!

Schade, dass viele Menschen unangenehme Erfahren in der Schulzeit damit machen mussten. Und so kann es sein, dass das Lernen mit Misserfolg und Frustration verbunden ist. Oft gesellt sich noch das Gefühl dazu: „Egal wie viel ich lerne, es ist nicht genug!“

Die folgenden Tipps sollen helfen, die Freude am Lernen zurückzubringen! Nutzen sie die Chance, das Lernen wieder neu für sich zu entdecken und über die faszinierende Welt in der wir leben zu staunen. So wird wieder jeder Tag neu und spannend.

Es ist von allergrößter Wichtigkeit, sich für jeden Lerninhalt Schlüsselworte zu erarbeiten, da das Gehirn genau nach dieser Methode arbeitet.
Ihr Gehirn wird niemals denken: „Da fliegt etwas Schwarz-Weißes mit einem langen Schnabel, mit dem es klappern kann. Es hat rote Beine und man findet es oft auf feuchten Wiesen oder hohen Türmen.“ Ihr Gehirn denkt einfach „Storch“ und darin ist das vorher Beschriebene automatisch enthalten.
Um „medizinisch“ denken zu können, ist das Erarbeiten solcher Schlüsselworte unerlässlich. Sie müssen bereits viel über die Zusammenhänge wissen, um solche Schlüsselworte erschaffen zu können (genau wie im Beispiel „Storch“ der Begriff nur etwas nützt, wenn Sie wissen, was er beinhaltet).

Beispiel: Wenn Sie sich zur Diphtherie z. B. das Schlüsselwort „Pseudomembranen“ einprägen, müssen Sie selbstverständlich mit diesem Begriff etwas verbinden. Sie müssen also zunächst lernen, was Pseudomembranen sind, wie sie aussehen, woraus sie bestehen und warum sie sich bilden. Erinnern Sie sich später an das Schlüsselwort „Pseudomembranen“, stellt sich dieses Wissen um den Begriff herum ganz von selbst ein und auch noch weitere wichtige Sachverhalte dieser Erkrankung.

Schlüsselworte und Lernkarten
Solche Schlüsselworte sind unerlässlich für das Erstellen von Lernkarten. Erst wenn Sie sich ein Schlüsselwort für einen bestimmten Lerninhalt geschaffen haben, macht es Sinn, diesen auf eine Lernkarte zu schreiben. Nur so ist es möglich, dass Sie sich übersichtliche Lernkarten erstellen, die für Sie eine wirkliche Lernhilfe darstellen.

Man unterscheidet drei Arten von Gedächtnissen:

  • Sensorisches-Gedächtnis (Kürzestzeitgedächtnis)
  • Kurzzeit-Gedächtnis
  • Langzeitgedächtnis

Sensorisches-Gedächtnis (Kürzestzeitgedächtnis)
Wenn Sie ein Wort, ein Bild oder Buchstaben kurz ansehen, so können Sie diese Information für ca. 1 Sekunde im Gedächtnis halten. Das ist wichtig, damit man z.B. beim Lesen eines Wortes oder Satzes am Ende noch den Anfang weiß.
Betrachten Sie also beispielsweise ein Bild über Hautkrankheiten in einem Bildatlas, so können Sie dieses für den Moment erkennen. Haben Sie jedoch umgeblättert und weitere Hautkrankheiten betrachtet, so können Sie davon ausgehen, dass Sie das genaue Erscheinungsbild der ersten Krankheit bereits nicht mehr wiedergeben können. Darum bringt das „Überfliegen“ von Bildern und Texten lerntechnisch gesehen nichts. Es kommt darauf an, die Informationen in Ihr Kurzzeitgedächtnis und anschließend in Ihr Langzeitgedächtnis zu übernehmen.

Kurzzeitgedächtnis
Dabei handelt es sich nicht um ein „sehendes“, sondern um ein „sprechendes“ Gedächtnis, wobei das Sprechen typischerweise lautlos erfolgt. Nennt Ihnen jemand seine Telefonnummer und Sie möchten sich diese merken, bis Sie einen Stift zum Notieren gefunden haben, so werden Sie die Nummer ständig vor sich hinsagen (laut oder innerlich lautlos), bis Sie sie aufschreiben können. Das gelingt Ihnen aber nur, solange Sie nicht gestört werden. Ruft Ihnen jemand noch eine Telefonnummer zu, so werden Sie beide vergessen.

Langzeitgedächtnis
Das Langzeitgedächtnis arbeitet nicht mit Bildern oder Worten, sondern mit Begriffen, Sinnzusammenhängen und Bedeutungen.
Möchten Sie das Erscheinungsbild einer Hautkrankheit in Ihr Langzeitgedächtnis übernehmen, so betrachten Sie das Bild nicht nur, sondern beschreiben Sie es in allen Einzelheiten (am besten laut!). So sagen Sie sich beispielsweise: „Ich sehe am Ellenbogen mehrere Herde mit jeweils einer deutlich begrenzten Rötung, auf denen sich kleine Schüppchen befinden.“ Dann werden Sie auch in Zukunft weniger Probleme haben, sich das Erscheinungsbild der Psoriasis wieder ins Gedächtnis zu rufen.
Aber auch das, was wir in unserem Langzeitgedächtnis abgespeichert haben, bleibt nicht für immer behalten. Es muss durch Wiederholungen gefestigt werden, sonst war die Arbeit umsonst. Wie wichtig das ist, wird nachfolgend aufgezeigt.

Viele beklagen, dass sie so viel vergessen. Bedenken Sie aber dabei: Ohne die Fähigkeit zu vergessen, wären wir nicht lebensfähig! Unser Kopf will sich nicht überladen und hält daher nur das parat, was er ständig braucht.
In dem unten stehenden Schaubild wird aufgezeigt, wie schnell wir Gelerntes wieder vergessen. Aber das soll Sie nicht entmutigen. Denn es verdeutlicht auch, wie stolz Sie auf das sein können, was Sie sich gemerkt haben. Etwas nicht zu wissen, ist also in keinem Fall ein Versagen.

Übersicht, wie schnell man Gelerntes wieder vergisst, wenn man es nicht wiederholt.

Vergessen sind:
nach 20 Min:     42 %
nach 1 Stunde:  66 %
nach 6 Tagen:   75 %
Ungefähr 20 % behält man allerdings für immer!

Es hat sich gezeigt, dass es bestimmte Zeiten gibt, zu denen wiederholt werden soll, damit das Erarbeitete besonders gut im Gedächtnis haften bleibt.
Haben Sie den Stoff durchgearbeitet, so sollten Sie ihn möglichst zu den folgenden Zeiten wiederholen:

  • am nächsten Tag
  • ca. in einer Woche
  • ca. in einem Monat
  • ca. in 6 Monaten

Diese Wiederholungszeiten haben sich als optimal herausgestellt. Aber selbstverständlich können Sie auch zu völlig anderen Zeiten wiederholen, allerdings kann dann der zeitliche Aufwand größer sein.

Merke:
Jedes Wiederholen kostet weniger Zeit!
​​​​​​​Wiederholen hilft, dass sich Lerninhalte DAUERHAFT einprägen!

Es ist zweckmäßig, feste Studienzeiten einzuplanen. Das hat den Vorteil, dass Sie nicht mit sich kämpfen müssen, ob Sie nun lernen oder nicht, sondern klar wissen, dass Sie jetzt lernen.
Dabei ist die Erstellung eines solchen Zeitplans eine höchst individuelle Sache. Sie hängt von den äußeren Gegebenheiten (Beruf, Familie) und auch vom persönlichen Arbeitsrhythmus ab. Es kommt entscheidend darauf an, wann Sie am besten lernen können. Manche können am besten vormittags lernen, andere am besten abends oder nachts.

Wichtig ist, dass Sie nicht all Ihre freie Zeit als „Lernzeit“ einplanen. Im Gegenteil, räumen Sie sich ausreichend Zeit für Ihre Familie und Ihre Hobbys ein. Sie brauchen diese Zeiten zur Regeneration und um wirklich Ihr Ziel erreichen können. Planen Sie also eher weniger Lernzeit ein. Wenn Sie dann Ihr Soll „übererfüllt“ haben, so haben Sie sich ein Erfolgserlebnis geschaffen.
Wenn Sie es dagegen nicht schaffen, Ihren Lernplan zeitlich zu erfüllen, dann kämpfen Sie vielleicht anschließend mit einem „schlechten Gewissen“.

Merke:
Beim Festlegen von festen Lernzeiten nicht mehr vornehmen, als was man wirklich gut und stressfrei einhalten kann!

Sind Sie momentan sehr an der Anatomie interessiert, weil es Sie fasziniert, wie im Körper alles so wunderbar und ehrfurchterbietend ineinandergreift? Nutzen Sie diesen Motivationsschub und lernen Sie nun vor allem Anatomie. Dabei können Sie problemlos z.B. die Anatomie des Herz-Kreislauf-Systems und dann den Harnapparat und danach das Atmungssystem lernen. Haben Sie das Gefühl, momentan mit den furchtbaren Krankheiten nichts zu tun haben zu wollen? Lassen Sie diese einfach links liegen, widmen Sie sich nur der Anatomie.
Lernen Sie, was Sie gerade interessiert!
Haben Sie Vertrauen zu sich!
Ganz bestimmt kommt eine Phase, in der Sie z.B. die Krankheiten interessieren werden, weil z.B. Freunde und Bekannte erkranken und Sie um Rat fragen. Plötzlich ist das Interesse da und nun können Sie sich diese Dinge auch gut merken.

Oft wird die Frage gestellt: „Wie kommt es, dass mir beim Abfragen z.B. im Unterricht, der Lerngruppe oder der Prüfung nicht einfällt, was ich zu Hause noch wusste?“
Gründe dafür sind:

  • Der Stoff wurde zwar erarbeitet, aber nicht wirklich „auswendig“ gelernt.

Es ist unabdingbar, dass Sie sich den erarbeiteten Stoff laut und „auswendig“ aufsagen. Mit „auswendig“ ist hier nicht die wortwörtliche Wiedergabe gemeint, sondern dass Sie alle wichtigen Inhalte in Ihren Worten erklären können. Denn auch in der Prüfung müssen Sie in der Lage sein, den Stoff auf Befragen verständlich wiederzugeben. Das kann nur gelingen, wenn Sie gelernt haben, auf eine Frage tatsächlich klar zu antworten.

  • Grundsätzlich wird bei jedem Lernakt das ganze „Drumherum“ mitgelernt.

Das heißt, dass Sie sich nicht nur Ihre Lernkärtchen einprägen, sondern unbewusst auch Ihr ganzes Umfeld mehr oder weniger mitaufnehmen, beispielsweise Musik, die während des Lernens am Abend leise erklingt. Ihr limbisches Gehirn verknüpft diese Dinge miteinander (Lerninhalt, Musik und Abendstimmung). Wenn Sie sich später an das Gelernte erinnern wollen und zu wenig der ursprünglich mitgelernten Reize vorhanden sind, weil Sie in einem komplett anderen Umfeld sind – es ist z.B. heller Tag, Sie hören Verkehrslärm oder die anderen Kursteilnehmer sehen Sie gespannt an, so können Sie evtl. das erlernte Wissen nicht mehr abrufen. Es bleibt Ihnen also nichts anderes übrig, als sich den Begriff nochmals mit den neuen Reizelementen einzuprägen.
Je öfter Sie das tun und je unterschiedlicher das Ambiente jeweils ist, desto besser. Achten Sie also darauf, dass Sie den Lernstoff möglichst immer wieder in einer anderen Umgebung wiederholen, am Schreibtisch, beim Spaziergang oder in einer Pause am Arbeitsplatz, wo Sie sich einen bestimmten Sachverhalt kurz ins Gedächtnis rufen.

Es gibt allerdings einen Trick, um situationsgebundene Verknüpfungen zu umgehen. Achten Sie beim Lernen darauf, dass Sie sich den Lerninhalt abstrakt vorstellen. Richten Sie dazu Ihren Blick an die Zimmerdecke und übernehmen Sie den Lerninhalt in Ihre geistige Vorstellungswelt. So schaffen Sie sich Verknüpfungen, die nicht an eine Situation gebunden sind und somit überall abrufbar bleiben.

Merke:
Wenn Sie den Lernstoff immer wieder in veränderter Umgebung wiederholen, wird das Wissen von Auslösereizen abgetrennt und er wird weniger  leicht vergessen.
Erzählen Sie Ihren Familienangehörigen und Freunden möglichst oft, was Sie gerade gelernt haben!

Die Erinnerungsfähigkeit ist sehr unterschiedlich, je nachdem ob ein Lerninhalt nur gelesen, nur gehört, nur gesehen oder gehört und gesehen oder selbst erarbeitet wurde.

Versuchen Sie also beim Lernen möglichst viele Sinne einzusetzen:
Lesen Sie den Stoff, sagen Sie sich das Wichtigste beim Auf- und Abgehen laut auf, schreiben Sie sich eine Lernkarte, schauen Sie Bilder zum Thema an, hören Sie sich ein Audio- oder Videoclip dazu an, dieser kann gekauft oder selbst erstellt sein. Bei manchen Lerninhalten, z.B. bei psychischen Störungen, können YouTube-Filme von Betroffenen hilfreich sein, damit das Krankheitsbild lebhaft vor dem inneren Auge erscheint. Aber ACHTUNG: Bei YouTube nicht verzetteln! Das Ansehen von solchen Filmen zählt nicht als „Lernzeit“, sondern gehört zu den „Freizeitbeschäftigungen“.

Wer sich bewegt, aktiviert die Zellen seines Gehirns. Das Großhirn spielt bei der Verarbeitung und Speicherung von Informationen eine entscheidende Rolle. Durch Bewegung wird das Gehirn ausreichend mit Sauerstoff versorgt, die Nervenzellen aktiviert und die Vernetzung der Gehirnzellen gefördert. Und man ermüdet nicht – ganz im Unterschied zu einem Auswendiglernen, das am Schreibtisch vorgenommen wird.

Merke:
Effektiv auswendiggelernt wird nur in Bewegung!

Vorgehen

  • Erarbeiten Sie sich ein bestimmtes Lernpensum, z.B. in Form von Lernkarten.
  • Nachdem Sie sich nun einige Lernkarten geschrieben haben, nehmen Sie sich diese vor und sagen sich den Lernstoff beim Auf- und Abgehen im Zimmer laut auf.

Vorteile

  • Sie ermüden nicht, was in der Regel prompt passiert, wenn man versucht am Schreibtisch sitzend etwas auswendig zu lernen.
  • Sie werden feststellen, dass Sie in der Lage sind, auf eine bestimmte Frage auch prompt antworten zu können. Hat man den Stoff nicht wirklich auswendiggelernt und ihn laut aufgesagt, so hat man zwar das Wissen passiv, kann es aber auf Befragen nicht wirklich wiedergeben.

Haben Sie gerade eine Lernhemmung und können bestimmte Lerninhalte nicht wiedergeben, obwohl Sie sie wissen „sollten“? Bestrafen Sie sich nicht selbst, indem Sie sich nun beispielsweise „zur Strafe“ die entsprechende Lernkarte jeden Tag aufs Neue vornehmen. Beschimpfen Sie sich nicht selbst mit Sätzen wie: „Du lernst das ja nie!“ oder „Du bist zu blöd, das hättest du wissen müssen!“. So ein Vorgehen wirkt destruktiv und zerstört Ihre Lernmotivation.
Denken Sie daran, wie ein Tiertrainer arbeitet! Jeder kleine Lernschritt, den das Tier machen soll, wird so lange jedes Mal belohnt, bis das erwünschte Verhalten fest verankert ist (verstärkender Reiz nach Skinner bzw. positiver Nacheffekt nach Thorndike).

Menschliches Lernen unterscheidet sich davon nicht wesentlich. Nur können Sie sich selbst ja nicht jedes Mal einen Keks geben, wenn Sie sich an etwas richtig erinnert haben! Das ist auch gar nicht notwendig, denn Sie belohnen sich einfach damit, dass Sie sich bewusst machen, dass Sie eine richtige Antwort gegeben haben. Loben Sie sich selbst! Dazu genügt der kurze Gedanke: „Gut gemacht!“. Das ist Ihr verstärkender Reiz oder kurz Ihr „Verstärker“, der Ihre Lernfreude aufrecht erhält und Sie in Ihrem Lernstoff zum stetigen Voranschreiten bringt.
Der Wunsch nach Erfolg ist ein zutiefst im Menschen verankertes Bedürfnis. Er war schon in frühester Zeit ein wichtiger Motor für die Stellung des Einzelnen in der Gruppe und daran hat sich bis heute nichts geändert. Jeder möchte ein wichtiges und vollwertiges Mitglied seiner Gruppe sein und eine akzeptable Stellung innerhalb der Gruppe einnehmen.

Haben Sie Vertrauen in Ihren Wunsch nach Erfolg. Jeder gelungene Lernschritt bringt Sie Ihrem Ziel ein Stück näher und motiviert Sie so für den nächsten Schritt.

Merke:
Durch nichts wird man erfolgreicher als durch den Erfolg!

Kein destruktives Verhalten
Können Sie einen Lerninhalt nicht wiedergeben, so machen Sie sich nicht selbst fertig mit Gedanken wie: „Typisch, dass ich das nicht mehr weiß. Ich habe zwar die Lernkarte selbst geschrieben und kann mich trotzdem nicht mehr erinnern. Wie will ich da jemals diese riesige Menge von Lernstoff behalten und die Prüfung bestehen? Ich werde das nie schaffen! Am besten gebe ich meinen großen Traum auf.“
Kennen Sie solche zerstörerischen Gedanken? Solche Gedanken haben ein gewaltiges destruktives Potenzial und können tatsächlich Lebensträume zerstören und Erfolg verhindern.

Konnten Sie einen Lerninhalt nicht wiedergeben, so sehen Sie sich das Lernkärtchen einfach nochmals an und wiederholen Sie das Ganze. Dann sagen Sie den Inhalt beim Auf- und Ablaufen auswendig auf. Dabei halten Sie im Bewusstsein, dass es völlig normal ist, dass Sie den Inhalt nicht mehr abrufen können, da vom gelernten Stoff nur ca. 20 % in das Langzeitgedächtnis übernommen werden und das bei jedem!

Oft fällt es schwer mit dem Lernen zu beginnen! Aber es gibt Hilfen, wie Sie sich den Druck „Ich sollte eigentlich lernen“ nehmen können.

  • Wählen Sie feste Zeiten zum Lernen. Verplanen Sie dabei aber nicht alle freie Zeit, die Sie haben. Es muss noch ausreichend Zeit für andere Aktionen vorhanden sein, wie Sport und Spiel. Bitte beachten Sie dazu auch „Erstellung eines Wochenlernplans“.
  • Für die meisten ist es besser sich Zeit am Vormittag einzuräumen, wenn das Gehirn noch frei und unbelastet ist. Hat man einen 8-Stunden Arbeitstag hinter sich, fällt es oft schwer abends noch konzentriert zu lernen. Sind Sie allerdings ein „Nachtmensch“ und können noch spät gut lernen, so nutzen Sie natürlich diese Möglichkeit.
  1. Als erstes trainieren Sie Ihre Konzentrationsfähigkeit, indem Sie laut wiederholen und beschreiben. Es handelt sich dabei um ein einfaches Nachsprechen von Informationen. Dies müssen Sie zunächst üben, wie beispielsweise Klavierspielen, bei dem man auch immer wieder den gleichen Vorgang wiederholt.
  2. Erhöhen Sie die Belastungen für Ihr Kurzzeitgedächtnis dann Schritt für Schritt, aber überfordern Sie sich nicht. Vergessen Sie nicht, sich für jeden Lernschritt mental zu belohnen, indem Sie den kurzen Gedanken „Gut gemacht!“ zu sich sagen. Schrauben Sie bei Fehlschlägen Ihre Anforderungen zurück, um sich nicht zu überfordern und die Freude am Lernen zu verlieren.
  3. Versuchen Sie sich dazu zu erziehen, dass Sie möglichst in allen Lebenslagen gut lernen können. Das verbessert Ihre Lern- und Konzentrationsfähigkeit in jeder Hinsicht. Öffnen Sie manchmal das Fenster, um den Verkehrslärm gut hereinzulassen oder das Kindergeschrei vom Spielplatz oder stellen Sie den Fernseher oder das Radio an und memorieren Sie trotzdem bestimmte Sachverhalte. Sie stärken damit grundsätzlich Ihre „innere Stimme“. Dies dient Ihnen auch bei der Bewältigung Ihrer Alltagsprobleme, indem es Sie autonomer werden lässt.

Sicher haben Sie schon einmal eine Situation erlebt, in der Sie aufgrund des Lärms in Ihrer Umgebung die eigenen Gedanken nicht mehr „hören“ können. Sie sitzen beispielsweise über Ihrem Lernstoff und denken: „Nicht auf den Rasenmäher hören, nicht auf den Rasenmäher hören ...“ – nur, es nützt nichts. Der Lärm scheint eher noch lauter zu werden. Das liegt daran, dass das Gehirn die Worte „nicht“ und „keine“ ignoriert.
Wenn jemand zu Ihnen sagt: „Stelle dir keinen rosa Elefanten vor und ich gebe dir 100 €!“, so erscheint vor Ihrem inneren Auge sofort ein rosa Elefant. Versuchen Sie also positiv zu formulieren und Ihre Aufmerksamkeit nicht auf Unerwünschtes zu richten. Dadurch verschwindet der Lärm zwar nicht, aber Ihr Verstand wird ihn weitestgehend ignorieren.

Beispiel:
Sagen Sie sich bei störendem Lärm von außen beim Lernen besser: „Ich richte meine Aufmerksamkeit auf meinen Lernstoff „Herz“ (Aufbau der Niere – oder was Sie sonst gerade lernen).“

Vermeiden von „Interferenzen“
Lerninhalte können sich gegenseitig beeinträchtigen, wenn sie ähnlich sind ("Ähnlichkeitshemmung"). Dabei gilt: Je ähnlicher zwei Sachverhalte sind, desto stärker ist die gegenseitige Beeinträchtigung.

Haben Sie sich beispielsweise die Darmerkrankungen erarbeitet, so kann es sein, dass Sie zum Schluss alles "durcheinanderwerfen". Sie erinnern sich zwar an die typischen Darmsymptome (Durchfall, Verstopfung, Bauchschmerzen), aber Ihnen ist nicht klar, wodurch sich die einzelnen Krankheiten unterscheiden.
Lernen Sie deshalb nicht viele ähnliche Krankheitsbilder hintereinander, sondern nehmen Sie sich lieber nach zwei Krankheiten ein anderes Thema vor, z.B. eine Infektionskrankheit. Haben Sie alle Erkrankungen des Darmes durchgearbeitet, so fertigen Sie sich eine Übersicht an, aus der Sie ersehen können, wo Ähnlichkeiten und wo Unterschiede der einzelnen Krankheiten liegen.

Affektive Hemmung
Eine affektive Hemmung des Lernens tritt auf, wenn man versucht, unter starker emotionaler Anspannung zu lernen, wie Frustration, Wut, Zorn, aber auch übermäßiger Freude (z.B. Verliebtsein). Das Lernen ist in diesem Fall nicht von Erfolg gekrönt, es kann sogar zu einer völligen Blockierung des Denkens kommen.

Haben Sie einen solchen Tag, an dem Sie sich in einer starken psychischen Anspannung befinden, so versuchen Sie am besten gar nicht sich neuen Stoff zu erarbeiten, sondern nutzen Sie diesen Tag um Liegengebliebenes zu ordnen oder Ihren Schreibtisch aufzuräumen. Gerade das Aufräumen hat sich in solchen Situationen bestens bewährt, denn mit dem Ordnen des Umfelds beginnen sich auch die Gedanken zu ordnen. Das bringt Ruhe, allmählich wieder Ausgeglichenheit und damit auch wieder die Fähigkeit zu lernen.

Overlearning (Überlernen - „leeres Stroh dreschen“)
s. Unterpunkt „Overlearning“

Vorteile der Lernkartei

  • Sie zerlegen sich den Lernstoff in kleine Häppchen und damit genau in die Lernschritte, die Ihnen angenehm und angemessen sind. Damit werden nicht von der Stofffülle „erschlagen“.

  • Sie passen Ihre Lernschritte und das Lerntempo genau Ihren Bedürfnissen und Möglichkeiten an.

  • Der vergessene Stoff wird genauso oft wiederholt, wie es notwendig ist.

  • Langweiliges Wiederholen von Stoff, den Sie schon beherrschen, wird vermieden (kein Overlearning).

  • Sie können immer eine Anzahl Kärtchen in der Tasche mit sich tragen und so lästige Wartezeiten überbrücken.

Was soll auf eine Lernkarte geschrieben werden?

  • Auf einer Lernkarte dürfen nur Schlüsselworte oder Satzteile stehen und keine ganzen Sätze!!

  • Es sollten insgesamt nicht mehr als 5 Merkposten auf eine Karte geschrieben werden, da sonst der Lernfortschritt gehemmt wird.

  • Benutzen Sie eigene Formulierungen, keine Vorformulierungen des Autors übernehmen!

  • Günstig ist es, die Seitenzahl des Lehrbuches oder Skripts mitzunotieren, falls man später etwas nachlesen möchte.

Arbeiten mit 5-Fächer-Lernkasten

Fach 1:              Wiederholung am nächsten Tag

Fach 2:              Wiederholung nach einer Woche

Fach 3:              Wiederholung nach einem Monat

Fach 4:              Wiederholung nach sechs Monaten (z.B. vor den Zwischenprüfungen)

Fach 5:              Wiederholung vor der Abschlussprüfung

Erarbeiten Sie sich zuerst Ihren Lernstoff, indem Sie (10 bis 15) Lernkärtchen mit den wichtigsten Stichworten (Fragen und Antworten) zum Thema erstellen oder nutzen Sie bereits erstellte Lernkarten.

Nehmen Sie sich dann die einzelnen Kärtchen vor. Laufen Sie dazu im Zimmer auf und ab, lesen Sie die Frage und sagen Sie die richtige Antwort möglichst laut auf. Später, wenn Sie Ihre Konzentrationsfähigkeit geschult und gesteigert haben, können Sie auf das lautlose Aufsagen übergehen.

Alle Kärtchen, die Sie richtig beantworten können, kommen in Fach 2, die anderen in Fach 1. So gibt es Kärtchen, die nur 1 x zur Hand genommen werden, andere vielleicht 3 bis 5 Mal. Können Sie sich den Sachverhalt dann immer noch nicht merken? Stecken Sie die Karte dennoch in Fach 2. Offensichtlich haben Sie hier eine Lernhemmung. Es macht nun keinen Sinn sich mit dieser Karte zu langweilen und zu frustrieren (siehe „keine Selbstbestrafung“).

Schreiben Sie nun je nach Zeit, die Ihnen noch zur Verfügung steht, neue Kärtchen und gehen Sie wie oben geschildert vor.

Wiederholen Sie Fach 2 nach einer Woche, indem Sie in gewohnter Art vorgehen. Die Fragen, die Sie richtig beantworten konnten, stecken Sie nun in Fach 3.

Die Kärtchen von Fach 3 wiederholen Sie nach 1 Monat, die von Fach 4 nach 6 Monaten. Dabei müssen die Kärtchen, bei denen Sie die richtige Antwort nicht geben konnten, wieder in Fach 1 („Idiotenkästchen“) zurück. Aber auch hier gilt: kein „Overlearning“ und keine „Selbstbestrafung.

Achten Sie darauf, dass Sie den Stoff, den Sie lernen, auch wirklich interessant finden! Das ist jedoch nicht der Fall, wenn Sie etwas zum zigten Male lernen, nur weil Sie meinen, das sei (innerhalb der regulären Wiederholungszeiten) aus irgendwelchen Gründen notwendig.

Dinge, die Sie wissen, brauchen Sie nicht ständig zu wiederholen!!
Früher hat man dies als „leeres Stroh dreschen“ bezeichnet. Heute spricht man vonOverlearning“!
Overlearning ermüdet und tötet die Motivation.

Jede Wiederholung sollte sich von den vorigen Wiederholungen unterscheiden. So können Sie den Lerninhalt z.B. Ihrer Zimmerpalme oder - wenn möglich - einem Freund erzählen oder arbeiten Sie ein Kapitel mittels Fragen durch, das Sie möglichst noch nicht kennen. Bei Letzterem ist ein Vorteil, dass Sie gleich merken, wo Sie noch Wissenslücken haben. Oder erstellen Sie Mindmaps. Ihrer Kreativität sind keine Grenzen gesetzt!

Das sind Sie bereits, wenn Sie älter als 15 Jahre sind! Binet hat mit seinem Test angeblich festgestellt, dass der Zuwachs an Intelligenz mit diesem Alter zum Erliegen kommt. Ein Test übrigens, der heute als völlig überholt gilt.
Ganz verhängnisvoll haben sich die Untersuchungen der Forscher Jones und Conrad in den dreißiger Jahren ausgewirkt. Sie haben die Intelligenz verschiedener Altersschichten miteinander verglichen und dabei festgestellt, dass die Intelligenz ab dem 30. Lebensjahr angeblich rapide abnimmt. Wie man heute weiß, war dies eine Untersuchung, die schwere Mängel aufwies, aber in einer ganz verhängnisvollen Art das Vorurteil nährte: „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr“.

Neuere Untersuchungen zeigen, dass Menschen im Laufe ihres Lebens eher intelligenter werden, denn sie schneiden bei Intelligenztests besser ab.

Allerdings gibt es hier enorme Unterschiede. Gerade die Menschen, die in der Jugend bei Intelligenztests gut abschnitten, gewannen im Laufe ihres Lebens noch Punkte dazu. Dies hat folgenden Grund:
Wer sich im Laufe des Lebens viel geistig beschäftigt und lernt, der gewinnt an Intelligenz hinzu. Wird im Laufe des Lebens ständig gelernt, so hemmt das zunehmende Lebensalter das Lernen also nicht, sondern es kommt zu einem ständigen Intelligenzzuwachs. Wie anders ist es sonst denkbar, dass Goethe seinen Faust mit über 80 Jahren vollendete und Tizian seine Pietà mit 85 Jahren malte?

Wie es mit der eigenen Lernfähigkeit mit zunehmendem Lebensalter aussieht, hat somit jeder selbst in der Hand.

Auch sollte man den Vorteil der Lebenserfahrung nicht unterschätzen, die nicht nur das Lernen verbessert, sondern auch die Motivation.

Viele haben Probleme mit dem Lösen von MC-Fragen. Das ist nicht verwunderlich, denn schließlich hat man schon in der Schule gelernt: Was gedruckt vor mir liegt, ist richtig. Lassen Sie sich deshalb nicht von den vorgegebenen Lösungsvorschlägen täuschen und diese als richtig annehmen, obwohl sie falsch sind!

Gehen Sie deshalb folgendermaßen vor:

  • Lesen Sie die Frage und halten Sie dabei die Lösungsvorschläge durch ein Blatt Papier zunächst noch abgedeckt.

  • Halten Sie einen Augenblick inne und rufen Sie sich Ihre Schlüsselworte, die Sie sich zu diesem Sachverhalt bzw. dieser Krankheit eingeprägt haben, kurz vor Augen (das dauert nur einen Augenblick, vielleicht 10 Sekunden).

  • Ziehen Sie nun das Blatt nur einen Punkt weiter und entscheiden Sie, ob er angekreuzt werden muss. Erliegen Sie dabei nicht der Versuchung schon mal kurz zum nächsten Punkt zu sehen.

Verfahren Sie mit den folgenden Punkten analog.

Das Innehalten nach dem Lesen der MC-Frage dauert nur einen Augenblick. Es bringt aber einen enormen Gewinn im Vermeiden von Fehlern. Es passiert sonst gerade dem Anfänger leicht, dass er sich von den vorgegebenen Lösungsvorschlägen verwirren lässt.

Bachblüten und geeignete Affirmationen können eine wirksame Hilfe sein.

Bachblüten

  • Chestnut Bud:        Bei Lernschwierigkeiten unterschiedlichster Art. Kann allen Lernmischungen beigemischt werden, da Chestnut Bud den Lernvorgang an sich erleichtert.

  • White Chestnut.:    Bei ständig kreisenden Gedanken, die man nicht abstellen kann.

  • Wild Rose.            Wenn man sich ausgelaugt fühlt und zu viele Aufgaben hat.

  • Clematis:              Hilft, die Gedanken beisammen zu halten, wirkt gegen Unaufmerksamkeit. Clematis ist ein gutes Mittel für Tagträumer.

  • Olive:                    Bei Erschöpfung durch langdauernde Überanstrengung.

  • Wild Oat:               Hilft, sich auf eine Aufgabe zu konzentrieren.

  • Rock Water:          Bei zu hohen Anforderungen an sich selber. Lernen wird zur Qual, da man sich selbst immer wieder enttäuscht.

Affirmationen
Vorschläge für eine „Lernaffirmation“. Diese können Sie sich in Verbindung mit der Einnahme einer Bachblüte aufsagen oder auch als „alleinige“ Unterstützung ohne eine Bachblüte. Sie können aus den Nachstehenden eine auswählen, Sie können sich aber auch Ihre ganz persönliche Affirmation selbst ausdenken.

Meine Gedanken sind bei dem, was ich gerade tue.
In mir ist Stärke und Wissen.
Ich richte mich auf mein Lebensziel aus.
Mir fließt die für meine neue Aufgabe notwendige Kraft zu.
Ich bin offen für die neuen Aufgaben, die auf mich zukommen.
Ich gehe meinen Weg mit Vertrauen.
Ich meistere meine Aufgaben.

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